Mittwoch, 1. Juli 2015

Scuba Diving - mein erster Tauchgang



Heute klingelte um 7:30 Uhr der Wecker. Wir mussten pünktlich um 9 Uhr an der Bäckerei stehen, denn da wollte uns der Tauchschulinhaber abholen. Mit dem Van fuhren wir über die Berge von Levkas in die Bucht Vassiliki. Wir hatten einen traumhaften Blick auf unsere Ankerbucht. Eine Olivenplantage reihte sich an die andere. Es war alles so schön grün, obwohl es hier im Sommer nur zwei Regentage geben soll.
Meine Tauchausrüstung! Flasche, Jacket...
In der Tauchschule füllte Papa ein Formular aus. Man musste eintragen, wo und wann man seinen Tauchschein gemacht hatte, ob man irgendwelche Krankheiten hat usw. Danach suchten wir unsere Ausrüstung zusammen. Jeder brauchte einen Tauchanzug. Für mich gab es leider keinen langen, deshalb zog ich meinen Shorty und einen weiteren darüber. Papas Anzug war lang und hatte sogar eine Kapuze. Wir bekamen Neoprenschuhe und Flossen, eine Taucherbrille, ein Jacket mit Flasche und Atemgerät, sowie einen Bleigürtel. Pünktlich um 10:30 Uhr stiegen wir in das Schlauchboot, das uns zum Tauchspot brachte. Mein Tauchlehrer Tom erklärte mir alles auf Englisch. Gut, dass Papa mit mir vorher die wichtigsten Dinge besprochen hatte. So verstand ich, was er mir sagte und hatte keine Angst. Mit einer Rolle rückwärts (James Bond Rolle, nannte Verena eine andere Tauchlehrerin) ließ ich mich ins Wasser fallen. Es war eiskalt!!! Als ich wieder zu mir kam, wollte ich Papa nachschwimmen, zog mich jemand an den Flossen zurück. Wir schwammen ein Stück vom Boot weg ins flache Wasser. Dort übten wir das Ausblasen aus der Maske. Dazu nahm ich das Mundstück heraus, es füllte sich mit Wasser und ich blies fest hinein, damit das Wasser wieder herauskommt. Ich hatte Angst und in meiner Panik erwischte ich den falschen Knopf. Es machte plopp und ich war an der Wasseroberfläche. Der Druckausgleich gelang mir nicht richtig, deshalb bekam ich Ohrenschmerzen. Nach 10 Minuten war ich völlig durchgefroren und wir schwammen zurück zum Boot. Ich hatte mir meinen ersten Tauchgang schöner vorgestellt mit bunten Fischen und schönen Wasserpflanzen. Bibbernd wartete ich auf Papa und die anderen Taucher. Sie blieben eine gute halbe Stunde unter Wasser. Papa sah einen Seestern, tolle Unterwasserfelsen, große Fische und einen kleinen leuchtend grünen. Eine andere Taucherin bat Papa für mich zu übersetzen: „Du musst deine Eltern überreden, dass sie mit dir in ein Land fliegen, in dem das Wasser warm ist und die Fische bunt sind.“ Sie schlug die Malediven vor, denn dort hat das Meer Badewannentemperatur. Ich hätte nichts dagegen meinen nächsten Urlaub dort zu verbringen.



Tonis - neue Badetasche (die Rote)
Mama und Toni erkundeten in der Zwischenzeit den Ort. Natürlich hat Toni wieder geshoppt. Ich glaube sie hat ihr Urlaubsgeld schon mehrmals ausgegeben. Sie kaufte sich eine rote Tasche aus Stroh mit bunten Schmetterlingen darauf. Für 14€ wirklich ein Schnäppchen.
Um 14 Uhr machte der Tauchschulchef eine Besorgungsfahrt und brachte uns wieder zurück zur Mona Liesa. Mama machte mir Nudeln, weil ich vom Tauchen völlig ausgehungert war. Danach ging es mir wieder besser. Ich erledigte meine Matheaufgaben diesmal an Deck, weil es unten so heiß war.
Endlich gelang es mir Papa zu überreden. Die letzten Wochen übte ich immer wieder das Steuern, Starten und Anlegen mit dem Dinghi. Papa war der Meinung, dass ich jetzt so weit wäre und ich durfte zum ersten Mal alleine mit dem Beiboot um unser Schiff fahren. Toni wollte natürlich auch gleich mitfahren.
Danach spielte wir weiter unser Spiel: Bernd und Susanne gehen Segeln. Mama machte Yoga und Papa faulenzte in der Sonne. Die Zeit bis zum Abendessen verging wie im Flug.
Am Abend spazierten wir nochmal durch den Ort. Hier gibt es so viele Häuser, die verlassen sind, ein völlig verwilderter Verkehrserziehungsplatz, ein Spielplatz mit altmodischen Geräten. Und überall liegt Müll herum. Ich hätte viele Ideen, um den Ort schöner zu machen, wenn alle zusammenhelfen würden.

Papa in voller Montur!
Unser Motorboot.



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