Heute
klingelte um 7:30 Uhr der Wecker. Wir mussten pünktlich um 9 Uhr an der
Bäckerei stehen, denn da wollte uns der Tauchschulinhaber abholen. Mit dem Van
fuhren wir über die Berge von Levkas in die Bucht Vassiliki. Wir hatten einen
traumhaften Blick auf unsere Ankerbucht. Eine Olivenplantage reihte sich an die
andere. Es war alles so schön grün, obwohl es hier im Sommer nur zwei Regentage
geben soll.
| Meine Tauchausrüstung! Flasche, Jacket... |
In der
Tauchschule füllte Papa ein Formular aus. Man musste eintragen, wo und wann man
seinen Tauchschein gemacht hatte, ob man irgendwelche Krankheiten hat usw.
Danach suchten wir unsere Ausrüstung zusammen. Jeder brauchte einen Tauchanzug.
Für mich gab es leider keinen langen, deshalb zog ich meinen Shorty und einen
weiteren darüber. Papas Anzug war lang und hatte sogar eine Kapuze. Wir bekamen
Neoprenschuhe und Flossen, eine Taucherbrille, ein Jacket mit Flasche und
Atemgerät, sowie einen Bleigürtel. Pünktlich um 10:30 Uhr stiegen wir in das Schlauchboot,
das uns zum Tauchspot brachte. Mein Tauchlehrer Tom erklärte mir alles auf
Englisch. Gut, dass Papa mit mir vorher die wichtigsten Dinge besprochen hatte.
So verstand ich, was er mir sagte und hatte keine Angst. Mit einer Rolle
rückwärts (James Bond Rolle, nannte Verena eine andere Tauchlehrerin) ließ ich
mich ins Wasser fallen. Es war eiskalt!!! Als ich wieder zu mir kam, wollte ich
Papa nachschwimmen, zog mich jemand an den Flossen zurück. Wir schwammen ein
Stück vom Boot weg ins flache Wasser. Dort übten wir das Ausblasen aus der
Maske. Dazu nahm ich das Mundstück heraus, es füllte sich mit Wasser und ich
blies fest hinein, damit das Wasser wieder herauskommt. Ich hatte Angst und in
meiner Panik erwischte ich den falschen Knopf. Es machte plopp und ich war an
der Wasseroberfläche. Der Druckausgleich gelang mir nicht richtig, deshalb
bekam ich Ohrenschmerzen. Nach 10 Minuten war ich völlig durchgefroren und wir
schwammen zurück zum Boot. Ich hatte mir meinen ersten Tauchgang schöner
vorgestellt mit bunten Fischen und schönen Wasserpflanzen. Bibbernd wartete ich
auf Papa und die anderen Taucher. Sie blieben eine gute halbe Stunde unter
Wasser. Papa sah einen Seestern, tolle Unterwasserfelsen, große Fische und
einen kleinen leuchtend grünen. Eine andere Taucherin bat Papa für mich zu
übersetzen: „Du musst deine Eltern überreden, dass sie mit dir in ein Land
fliegen, in dem das Wasser warm ist und die Fische bunt sind.“ Sie schlug die
Malediven vor, denn dort hat das Meer Badewannentemperatur. Ich hätte nichts
dagegen meinen nächsten Urlaub dort zu verbringen.
| Tonis - neue Badetasche (die Rote) |
Mama und
Toni erkundeten in der Zwischenzeit den Ort. Natürlich hat Toni wieder
geshoppt. Ich glaube sie hat ihr Urlaubsgeld schon mehrmals ausgegeben. Sie
kaufte sich eine rote Tasche aus Stroh mit bunten Schmetterlingen darauf. Für
14€ wirklich ein Schnäppchen.
Um 14 Uhr
machte der Tauchschulchef eine Besorgungsfahrt und brachte uns wieder zurück
zur Mona Liesa. Mama machte mir Nudeln, weil ich vom Tauchen völlig
ausgehungert war. Danach ging es mir wieder besser. Ich erledigte meine
Matheaufgaben diesmal an Deck, weil es unten so heiß war.
Endlich
gelang es mir Papa zu überreden. Die letzten Wochen übte ich immer wieder das
Steuern, Starten und Anlegen mit dem Dinghi. Papa war der Meinung, dass ich
jetzt so weit wäre und ich durfte zum ersten Mal alleine mit dem Beiboot um
unser Schiff fahren. Toni wollte natürlich auch gleich mitfahren.
Danach
spielte wir weiter unser Spiel: Bernd und Susanne gehen Segeln. Mama machte
Yoga und Papa faulenzte in der Sonne. Die Zeit bis zum Abendessen verging wie
im Flug.
Am Abend
spazierten wir nochmal durch den Ort. Hier gibt es so viele Häuser, die
verlassen sind, ein völlig verwilderter Verkehrserziehungsplatz, ein Spielplatz
mit altmodischen Geräten. Und überall liegt Müll herum. Ich hätte viele Ideen,
um den Ort schöner zu machen, wenn alle zusammenhelfen würden.
| Papa in voller Montur! |
| Unser Motorboot. |
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