Heute
Morgen begleiteten Toni und ich Papa zur Bäckerei. Wir konnten ihn überreden
Apfelstrudel zu kaufen. Das erinnerte uns an Kroatien, da gab es immer einen
Mann, der mit seinem Boot die Yachten mit frischem Brot und „Abfallstrodel“
belieferte. Anfangs konnte er es nicht richtig aussprechen. Er sagte Abfall
anstatt Apfel, dass hörte sich lustig an. Schon aus diesem Grund wollten wir
ihn immer essen. Die Griechen können übrigens auch guten Apfelstrudel machen -
wir hatten zu wenig gekauft.
Nach dem
Frühstück ging Mama noch eine Runde joggen, wir halfen Papa den Abwasch zu
erledigen. Um 10:30 Uhr waren wir dann zum Ablegen bereit. Heute wollten wir
nach Fiscárdo auf Kephalonia. Der Franzose, den wir ständig treffen, findet das
Städtchen wunderschön. Davon wollen wir uns selbst überzeugen. Die erste Stunde
fuhren wir unter Motor, um unsere Batterien zu laden. Mittags kommt hier immer
der Wind auf, so setzten wir die Segel und kreuzten nach Kephalonia auf. Es hat
Spaß gemacht zu sehen, dass wir nicht die Langsamsten waren. Unser Anker fiel
um 13:15 Uhr in Fiscárdo im nördlichen Teil der Bucht. Ein Engländer, der kurz
vor uns festgemacht hat, half uns die Heckleine festzumachen. Die Unterstützung
brachte unseren eingeschwungenen Ablauf etwas durcheinander. Es klappte aber
trotzdem.
| Auf der Jagd nach Fischen, die um unserer Boot kreisen. |
Im
Anschluss an unsere Manöver gab’s eine Brotzeit – danach Badespaß im
kristallklaren Wasser! Leider musste ich dann bei größter Hitze unter Deck
meine Schularbeiten machen.
Am späten
Nachmittag erkundigten wir das kleine Inseldörfchen. Die grünen, gelben und
blauen Fensterläden an den alten Hausfassaden sind richtige Farbtupfer im
idyllischen Hafen. Jedes Haus ist schön verputzt und gestrichen, sogar
verfallene Häuser haben zumindest außen Farbe bekommen. Direkt im Ortskern gibt
es ein wirklich schickes kleines Hotel – ein Geheimtipp für Landratten. Hier ist alles viel sauberer, man merkt, dass
die Leute sich um ihren Ort kümmern. Die zahlreichen Geschäfte verkaufen nicht
nur den üblichen Ramsch, es gibt auch schönes Kunsthandwerk. Mama hat sich in
große Frauen in bunten Kleidern aus Ton verliebt. Leider lies die Verkäuferin
nicht mit sich handeln. Der Franzose hatte Recht – selber lag er an der Mole.
| Eine Seitengasse in Fiscardo - alle Häuser sind bunt. |
Auf dem
Rückweg pinkelte ein Hund an das Werbeschild eines Bootsverleihers. Mama rief
entsetzt: „Schaut mal, der Hund macht an das Schild!“ Daraufhin lobte die
Hundebesitzerin ihren Hund: „braver Aragon!“. So kamen wir ins Gespräch mit der
älteren Grazerin. Sie erzählte uns, dass sie dieses Jahr zum ersten Mal auch
den Winter hier verbrachte. Außer einem Supermarkt ist um diese Jahreszeit
alles ausgestorben. Nach dem netten Plausch durften die Kinder Aragon noch ein
Leckerli geben.
Zurück an
Bord kochte Mama Spaghetti Norma. Im Anschluss wanderten Mama und ich zum alten
venezianischen Leuchtturm und einer Kirchenruine aus dem 6. Jhd.. Laut
Hinweistafel hätte die Wanderung 30 Minuten gedauerte, ich hatte jedoch noch so
viel Energie, dass wir nach 15 Minuten zurück beim Schiff waren.
Als meine Schwester und ich
schon im Schlafanzug waren, ging direkt hinter uns in Nicolas Taverne die Party
los. Mit lauter Musik und Diskobeleuchtung tanzte der Tavernenbesitzer mit
seinen Gästen Sirtaki. Mama und Papa waren ganz entspannt, weil ihnen die
Grazerin erzählt hatte, dass der Touristennepp nur eine Viertelstunde dauert.
Wir hörten kurz zu, dann verschwanden wir in unseren Kojen, weil uns die Musik
sowieso nicht gefiel.
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