Donnerstag, 23. Juli 2015

Südlichster Punkt unserer Reise erreicht

Nach einem ausgiebigen Frühstück und einem erfrischenden Wellenbad, machten wir uns zum Auslaufen bereit. Wir legten uns vorsichtshalber unseren Bootshaken bereit, weil ein Nachbarschiff beim Liften des Ankers auch noch den des Nebenschiffes gefischt hatte und nur durch fremde Hilfe wieder frei kam. Zum Glück verlief unser Manöver problemlos. Schon kurz nach der Hafenausfahrt schaukelten uns die Wellen gewaltig durch. Bei gut 20 Knoten Wind raumschots setzten wir die Segel und zischten mit 7 Knoten (Speed over ground) Richtung Festland. 
Nachdem die Segel richtig getrimmt waren, setzte ich mich mit Toni an Backboard und ließ die Beine durch die Reeling baumeln. Zur Sicherheit trug die gesamte Crew Schwimmwesten und wir sicherten uns mit Lifebelts an der Reeling. Gut, dass Oma und Mama schon vor dem Ablegen eine Schüssel Nudelsalat vorbereitet hatten, denn während der Überfahrt war der Aufenthalt unter Deck eine Qual - nichts für Landratten! Großen Appetit hatte aber heute keiner. Antonia wollte lieber über die Reeling bieseln, anstatt unten auf die Toilette zu gehen. "Die Männer können das besser!", beschwerte sie sich. Papa meinte aber, Antonia wäre trotzdem für einen Männertörn geeignet. 
Schriftliche Arbeiten konnte ich bei dem Wackelkurs jedoch nicht erledigen, dafür las ich einige Seiten in meinem neuen Buch "Onkel Toms Hütte". Toni und Mama hörten mit Kopfhörern Musik. Opa und Oma machten ein kleines Nickerchen unter Deck, weil sie nachts nicht so gut geschlafen hatten (Jugentliche machten vor der Luxusyacht uns gegenüber Party). 
Als wir nach guten vier Stunden Katacolon erreichten, trauten wir unseren Augen nicht: die Bucht war überfüllt mit Quallen! Ekelhaft! Wir hatten uns so sehr auf eine Abfrischung gefreut, doch hier waren viele Yachten, aber keine Schwimmer. Wir überlegten doch im Hafen anzulegen, aber auf dem Weg dorthin kam uns ein Engländer entgegen, der uns zurief :"It's very noisy!" Außerdem sah es hier nicht sonderlich einladend aus, so fuhren wir zurück in die Quallenbucht und frischten uns auf der Heckdusche mit Süßwasser ab.

Vor dem Abendessen tuckerten Papa, Opa, Toni und ich mit dem Beiboot an Land. Papa wollte sich erkundigen, wie wir Morgen am besten nach Olympia kommen. Von Katacolon waren es ungefähr 30 km ins Landesinnere. Wir gingen zu einer Autovermietung und Papa fragte nach einem Auto für 6 Personen. Die Frau sprach sehr gut Deutsch, denn wie sie uns erzählte, kam sie aus Köln. Wir hatten Glück, es gab einen Fiat Doblo mit 7 Sitzen. Den buchten wir uns für den nächsten Tag. Freundlicherweise durften wir das Auto gleich mitnehmen. So fuhren wir eine kleine Runde Probe zur Tankstelle und in die nächste Bucht. Hier sollte es schön zum Baden sein und vor allem quallenfrei.
Gegen 19 Uhr waren wir wieder zurück an Bord. Mama und Oma machten Abendessen. Wir waren schon hungrig, denn wir hatten tagsüber nicht viel gegessen. Heute mussten Toni und ich etwas früher ins Bett, weil wir Morgen schon vor den ankommenden Kreuzfahrtschiffen nach Olympia aufbrechen wollten.  
 


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