Mama ging
heute Morgen schon um 8:30 Uhr zum Einkaufen an Land. Wir brauchten frisches
Obst, Brot und Fleisch. In Euphemia gab es sogar eine Metzgerei. Nach dem
Frühstück war Aufräumen und Schiffsputz angesagt. Papa schrubbte mal wieder das
Schiffsdeck. Beim Abspülen ging Mama das Wasser aus: Mist, jetzt war auch unser
zweiter Tank leer. Die Wassersparmaßnahmen (mit Salzwasser vorspülen, mit
Süßwasser nachspülen) reichten nicht, um bis zum nächsten Hafen durchzuhalten.
Gut, dass wir unseren Campingwasserbehälter mit 10 Liter dabei haben. Papa fuhr
noch schnell an den Steg, um ihn zu befüllen.
Es war
schon wieder Mittag, als wir den Anker lifteten und Richtung Vathi auf Ithaka
ablegten. Laut Homer war dies die Heimatstadt Odysseus. Während der Überfahrt
erledigte ich meine Mathearbeiten. Das Meer war heute ganz glatt, keine Wellen,
aber auch kein Wind. So konnte ich an Deck gut rechnen, quasi ein Klassenzimmer
im Freien. Toni und Mama gingen nach unten, um Vorschule zu machen.
Gegen
13:30 Uhr änderte Papa seinen Kurs, er wollte sich die Meerenge von Pera Pigadi
ansehen. Es war bezaubernd hier: eine riesige Fläche türkis schimmerndes
Wasser. Der ideale Ort für eine Mittagspause mit Badespaß. Außerdem zeigte das Thermometer an Deck im Schatten 32 und in der
Sonne 45 Grad an. Eine Abfrischung konnten wir alle gut gebrauchen. Schnell
willigte Papa ein und wir ließen den Anker fallen. Mama warf die Ankerboje ins
Wasser, doch plötzlich war sie untergetaucht. Der Anker lag zu tief für die
Leine, wir mussten sie bergen und ein zweites Mal ankern. Zum Glück überlebte
die Boje – sie ist wirklich robust, hatte schon einiges aushalten müssen (Leider
auch schon etwas abgerissen.) Das Wasser war nicht nur klar, sondern auch
wärmer als sonst. Zahlreiche Fische lebten hier zwischen den Unterwasserfelsen.
Wir entdeckten einen grünen Fisch, ohne Schwanz mit seitlichen Flossen, die wie
Arme aussahen. Um die Augen schimmerte er rot. Ein sonderbares Exemplar.
Nach dem
Mittagessen legten wir wieder ab und fuhren weiter. Zum Segeln reichte der Wind
immer noch nicht. Nachmittags las ich in meinem Buch „Tintenblut“ von Cornelia
Funke weiter. Bin schon wieder auf Seite 180. Es ist genauso spannend, wie der
erste Band. Momentan erarbeitete ich mir Smileys für den 3. Band.
Um 16:15
Uhr erreichten wir schließlich die Einfahrt nach Vathi. Odysseus Heimatstadt
sah wirklich schön aus. Die bunte Häuserfassade leuchtete in der
Nachmittagssonne. Mitten in der Bucht gab es eine kleine Insel, wie ich im Reiseführer
gelesen habe, diente sie früher als Quarantäneinsel. Um 16:40 Uhr schaltete
Papa den Motor ab. Jetzt, als wir unser Ziel erreicht hatten kam Wind auf.
Innerhalb kürzester Zeit waren es bis zu 3 Windstärken, die Böen erreichten
sogar 22 Knoten. Unser Anker hielt bombenfest, er hatte sich gut im Sand eingegraben.
Vor dem Abendessen musste ich noch eine Lektion Deutsch machen, Toni und Papa
spielten in der Zwischenzeit „Geistesblitz“.
Wir aßen
heute früher zu Abend, denn wir wollten unbedingt noch Odysseus Städtchen
besichtigen. Der Wind hatte sich derweil wieder beruhigt, die Fahrt mit dem
Beiboot war trotzdem eine nasse Angelegenheit. Das einzige, was wir von
Odysseus entdecken konnten, war eine mickrige Statue, die es tausendfach nebenan
in einem Souvenirladen zu kaufen gab. Ansonsten war es brütend heiß und
ziemlich fade hier. Wir kauften noch Brot für Morgen und dann fuhren wir zurück
zur Mona Liesa.
Im Dunkeln
sprangen wir alle noch einmal ins Wasser, um uns für die Nacht abzukühlen. Ich
musste mich etwas überwinden, aber als ich im Wasser war, fand ich es einfach
nur cool! Die Thermometer in den Kabinen zeigten 29 Grad an. Die Hitze tagsüber
und die Fahrt mit dem Motor hatten die hinteren Kojen aufgeheizt. Mama und Papa
überließen uns ihre Kabine, weil es dort etwas kühler war. Außerdem wollten sie
Morgen früh losstarten und vorne kann man bei laufendem Motor besser
weiterschlafen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen