Samstag, 25. Juli 2015

Goldmedaille in Olympia



Bereits um 7 Uhr klingelte heute Morgen Papas Wecker. Toni und ich durften noch weiterschlafen, bis das Frühstück fertig war. Kurz nach 8 Uhr verließen wir alle die Mona Liesa und fuhren mit unserem Mietauto nach Olympia. 
Um 9:30 Uhr standen wir vor der Ausgrabungsstätte Elis. Noch war der Andrang nicht so groß. Wir besuchten zuerst die Außenanlagen und wollten in der Hitze der Mittagszeit ins klimatisierte Museum flüchten. Am Eingang arbeiteten unter Zelten Archiologen an der Freilegung des Gymnasiums (Turnhalle). Wir wanderten weiter zum Brunnen und dem Tempel der Hera, an dem noch heute die olympische Flamme entzündet wird. Auf Schautafel war die Zeremonie beschrieben und abgebildet. Durch einen Steinbogen gelangten wir ins ehemalige Stadion. Mama und ich lieferten uns ein Rennen. 192,26m wurden mit zwei Steinmarkierungen am Boden abgesteckt: die historische Distanz für den Sprintwettbewerb. Anschließend überreichten wir uns selbst die Goldmedaille, denn bei dieser Hitze zu sprinten, schafft nicht jeder. Wir wurden sogar von anderen Besuchern kräftig angefeuert. Früher warfen die Athleten hier auch mit Speer und Diskus. Das Stadion beeindruckte mich heute am meisten. Aber auch die riesige Säule des Apollotempels, die 2004 rekonstruiert wurde bestaunte ich. Ich kam mir richtig klein daneben vor. Wie die Menschen das damals ohne Kräne errichten konnten, ist unvorstellbar. Nach eineinhalb Stunden verließen wir die Steinhaufen und machten uns auf den Weg ins Museum. Es war herrlich kühl hier drinnen. Erst 2004 zu den olympischen Spielen in Griechenland wurde das Museum neu eröffnet. In der Ausstellung konnten wir Tempelverzierungen, Statuen, Gefäße aus Ton, Waffen und Schmuck, Verzierungen von Bronzekesseln und vieles mehr sehen. Die Kessel wurden mit Wasser und duftenden Ölen gefüllt und während der Opferzeremonien verdampft. Weil vor ein paar Jahren Räuber viele wichtige Fundstücke klauten, wurden die Schaukästen streng bewacht. Opa wollte vor der Marmorstatue von Apollo ein Foto von Toni und mir machen, da wehrt die Aufseherin ab. Es war aus Respekt vor den Statuen nicht erlaubt.
Im Anschluss an den Museumsbesuch waren wir alle hungrig. Papa fand im Tripadvisor eine Taverne, die zum Hotel Europa gehörte. Mit dem Mietauto fuhren wir dorthin. Der Weg lohnte sich, denn wir landeten in einem traumhaften Obstgarten mit schön gedeckten Tischen. Das Essen schmeckte vorzüglich und wir durften sogar im hauseigenen Pool baden. Während die Erwachsenen noch ihren Kaffee genossen, plantschten Toni und ich im Süßwasser. Endlich gelang es mir, meiner Schwester die Kerze beizubringen. Nach einer Stunde kamen wir völlig aufgeweicht aus dem Wasser. 
Auf den Rückweg nach Katacolon gingen wir noch bei Lidl einkaufen. Es interessierte uns, was es hier in Griechenland zu kaufen gab. Einige Produkte kannten wir von zu Hause, größtenteils bestand das Sortiment aber aus einheimischen Lebensmitteln. Mama und Papa brachten die Einkäufe zum Schiff und verstauten sie.
Danach fuhren wir in die Badebucht Andreos. Toni und ich manschten im schwarzen Sand, formten daraus Klumpen und lösten sie im Wasser wieder auf. Wir wollten herausfinden, welche Sandsorte sich am schnellsten im Wasser verteilt. Wir hatten jede Menge Spaß, die armen Mädels auf der Nachbarliege bekamen leider auch einige Spritzer ab. Als Mama aus dem Wasser kam, fand sie ihren zweiten Badeschuh nicht mehr. Die Wellen hatten ihn weggespült. Der Kellner, der sich als Poseidon (Gott des Meers) ausgab, brachte ihn zurück. Er wurde ein paar Liegestühle entfernt wieder an Land gespült.
Gegen 19 Uhr verließen wir den Strand und machten uns auf die Suche nach einem Restaurant. An Opas und Omas letztem Abend wollten wir noch einmal Essen gehen. Der Blick von der Terrasse der Taverne auf das Meer war herrlich - die Speisekarte dagegen sah übel aus. Weil ich mich ewig nicht entscheiden konnte, bestellte Mama ein Schweinkotelett mit Kartoffeln für mich. Ich hatte Riesenhunger und schlechte Laune. Das Essen war dann besser als erwartet. Toni und ich bekamen sogar noch ein Eis als Nachtisch. Als wir uns auf den Nachhauseweg machten, war die Sonne bereits untergegangen. Ich verabschiedete mich schon jetzt von meinen Großeltern, denn sie mussten Morgen schon sehr früh aufbrechen, um zum Flughafen zu kommen.

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