Heute
schlief ich ausnahmsweise bis 9:15 Uhr. Dafür musste ich zweimal die Betten
wechseln. Erst wanderte ich von der Vorschiffskabine in Mamas und Papas Koje,
weil es mir dort zu heiß war. Dann musste ich wieder nach vorne ziehen, weil
Heckleine des Nachbarschiffs an unserer Leine schleifte und quietschte.
Trotzdem war ich ausgeschlafen und gut gelaunt.
Oma
übernahm den Brötchenholservice. Für mich gab es noch einen fettigen Donut
dazu. (Ungesund, aber lecker!) Nach dem Krapfen passte sogar noch ein Müsli in
Felix Vielfraß.
Nach dem
Frühstück wollten wir eigentlich ablegen, aber der Ostwind drückte die Wellen
so stark in die Hafenbucht, dass Papa mit dem Ablegemanöver noch warten wollte,
bis sich die Situation etwas beruhigte. Das Hafenbecken ist so klein, dass es
kein Problem mit dem Ankerlichten verzeiht. Es liegen noch zwei weitere Yachten
und verschiedene Mooringleinen auf engstem Raum zusammen. Da brauchen wir nicht
noch zusätzlichen Stress durch Seitenwind von der falschen Richtung.
So
beschlossen wir, erst einmal eine Runde Schwimmen zu gehen. Toni und ich
sammelten tonnenweise schöne Steine. Jeder ist besonders, der eine ist eckig,
der andere schön gemustert – da kann man keinen zurückwerfen.
Im
Anschluss schrieb ich an meiner Geschichte vom kleinen Gespenst weiter. Die
wollte ich endlich zu Ende bringen. Dann musste ich noch eine Lektion Geometrie
(Vierecke und Dreiecke) machen. Das genaue Zeichnen finde ich furchtbar
anstrengend und so langweilig.
Toni, Mama
und Opa waren in der Zwischenzeit im Supermarkt beim Einkaufen. Während Mama
Obst und Gemüse verpackte, unterhielt sich Opa mit der Verkäuferin auf Englisch
über Wolfgang Schäuble. Die gesamte Supermarktfamilie war sich einig: „Schäuble,
for little man not good!“
Mittlerweile
war es Mittag, der Wind blies immer noch heftig. So beschlossen wir gemeinsam
hierzubleiben. Den Nachmittag verbrachten wir mit Baden, Kaffee- und
Orangensafttrinken (natürlich frisch gepresst) in zwei verschiedenen Bars. Opa
flatterte wie Otto von Lillienthal durchs Kaffee. Das war seine Aufgabe beim
Deutschlandspiel. Sogar die Bedienungen lachten mit uns.
Nach dem
Reinfall von gestern gab es heute Abendessen an Bord. Mama kochte Risotto mit
Zucchini und Karotten. Oma freute sich, dass Opa unbemerkt Parmesan aß. Er hätte
das Geheimnis lieber nicht erfahren. Der Abend endete mit einer Runde Monopoly
und einem Eis als Nachtisch.
| Toni vor der Cervantes Statue |
| Cervantes hat den linken Arm in der Schlacht von Lepanto (Nafpaktos) verloren. |
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