Dienstag, 14. Juli 2015

Action pur!


Hurra. Endlich konnte Oma mal ungestört Nacktbaden. Die Beiden standen schon um 7:00 Uhr auf, der Rest der Crew schlief bis 8:30 Uhr und sprang auch noch vor dem Frühstück ins Wasser.
Nach dem Frühstück fuhren Opa, Toni und ich an Land. Auf dem Weg zum Kai ging der Motor aus, weil der Benzinhahn nicht bis zum Anschlag geöffnet war. Als wir unseren Müllbeutel schwungvoll in die Tonne warfen, erschraken wir furchtbar. Eine wilde Katze, die wir bei der Futtersuche störten, sprang uns entgegen. Leider hatte Opa seinen Geldbeutel nicht dabei, denn Toni wollte unbedingt noch einmal eine Kerze in der Kirche anzünden. Die Kirche war aber verschlossen, so legten wir das Geld in Eis an. Gott möge es uns die süße Sünde verzeihen.
Vor dem Ablegen kühlten wir uns kurz ab, dann verabschiedeten wir uns von Trizona. Schon als wir die Bucht verließen, bemerkten wir den starken Wind aus Norden. Wie immer aus der Richtung, in die wir fahren wollten. Heute packten wir aber die Segel aus (allerdings nur gerefft) und kreuzten durch den Golf von Korinth. Bei 7 bis 8 Windstärken und einer bemerkenswerten Schräglage, purzelten unten im Schiff sämtliche Bücher, Obst und losen Gegenstände durcheinander. Zur Sicherheit zogen wir Schwimmwesten an und sicherten uns mit dem Lifebellt. Die Wellen brachen über dem Vorschiff und die Gischt spritzte uns entgegen. Keine Chance bei dieser Fahrweise etwas für die Schule zu machen.
Schon die Hafeneinfahrt von Nafpaktos war beeindruckend. Links und rechts der Stadtmauer standen zwei Wachtürme. Papa las im Hafenhandbuch, dass nur zwei bis drei Schiffe mit einer Länge von bis zu 12 Meter hier festmachen können. Es war wirklich schnuckelig hier. Bei der Einfahrt bereiteten wir schon Anker und Leinen vor. Mit dem Heck legten wir an der Kaimauer an, das war keine einfache Sache. Die Kulisse war wunderschön: Viele Teile der alten Stadtmauer mit Zinnen und Kanonen sind noch erhalten und auch die Festung auf dem Felsvorsprung. 
Durch ein Tor in der Stadtmauer gelangten wir direkt zum Strand. Die Wellen rollten mit einer Wucht auf mich zu, dass ich kaum ins Wasser laufen konnte. Zum Schwimmen sind mir Buchten lieber, für eine Abfrischung war es aber gut.
Nach uns legten noch zwei weitere Schiffe an. Papa half ihren beim Anlegemanöver. Dabei verdiente er sich ein Bier, das er auf dem Nachbarschiff genoß.
Nachdem sich jeder auf der Heckdusche vom seiner Salzkruste befreit hatte, gingen wir zum Essen. Papa suchte wieder im Tripadvisor nach dem besten Lokal im Ort. Das wollten wir uns ansehen. Auf dem Weg dorthin gefiel uns auch noch eine andere Taverne sehr gut, wir entschieden uns aber trotzdem für Ev Oinos. Die Speisekarte hörte sich verlockend an – nicht das typisch für Touristen angepasste Menü – allerdings auch schwierig für uns zu verstehen. Die Kellner interessierten sich nicht für unsere Nachfrage. So bestellten wir zwei Vorspeisen, die wirklich lecker schmeckten. Ich war sehr zufrieden mit meinem Hähnchen, aber Mamas Muscheln mit Soße waren versalzen. Wieder einmal blieb einiges über. Die Kellner räumten nichts ab, als die Hauptspeisen kamen, standen die Vorspeisen noch am Tisch und zur Nachspeise, war der komplette Tisch mit Essensresten vollgestellt. Wirklich seltsam. So verlangten wir sehr bald die Rechnung und verließen das Restaurant.
Den restlichen Abend verbrachten wir mit einem Spaziergang am Strand. So weit das Auge reichte, reihten sich hier Kaffees und Bars nebeneinander. Menschenmengen gingen an der Promenade spazieren, sogar Kleinkinder waren um diese Uhrzeit noch wach. Bei dieser Hitze kann man ja nicht schlafen. Um 23 Uhr mussten Antonia und ich auch ins Bett. Gut, dass wir am nächsten Tag ausschlafen konnten und nicht in die Schule mussten.  

1 Kommentar:

  1. Hallo Felix,
    Hallo Crew

    ....lese jeden Tag deinen/euren Blog...weiter so macht Spaß
    Schöne Reise
    Mast und Schotbruch
    Markus

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