Als ich um
6:30 Uhr aufwachte, um auf die Toilette zu gehen, hörte ich ein merkwürdiges
Geräusch. Ich ging an Deck und sah eine ganze Horde Ziegen. Sie waren scheinbar
auf der Suche nach Fressbarem. Anschließend legte ich mich wieder in die Kabine
und schlummerte noch bis 9 Uhr weiter. Gestern Abend war es ja ziemlich spät
geworden.
Schon vor
dem Frühstück sprangen wir gemeinsam ins Wasser. Das ist ein tolles Gefühl, aus
der aufgeheizten Koje ins kühle Nass zu springen. Du meinst direkt, dass es
zischt auf deiner Haut, so erfrischend ist das. Ich werde diesen Luxus bestimmt
vermissen, wenn ich wieder zu Hause bin.
Zum
Frühstück aßen wir heute eine große Schüssel Obstsalat und Müsli. Unser Brot
mussten wir für Mittag aufsparen, denn Einkaufsmöglichkeiten wird es die
nächsten zwei Tage nicht geben.
| Wasserschlacht auf Pera Pegadi |
Vor dem
Ablegen befreiten wir unser Schiff von den kleinen weißen Sandkörnern, die wir
vom Steg an Bord schleppten. Die doppelte Schmutzbariere mit Wassereimer zur Fußreinigung
und Fußabstreifer funktionierte nicht so wie geplant. Das Zeug verteilte sich
einfach. Gegen 11 Uhr konnten wir schließlich auslaufen. Babsi und Joe durften
heute bei uns an Bord mitsegeln, weil schwacher Wind aus Nord-West angesagt
war. Dem war aber nicht so, es blies bereits gewaltig, als wir aus der
Abdeckung der Insel fuhren. Bis zu 28 Knoten Wind raumschots maß unsere Bordelektronik.
Das bedeutete gereffte Segel, starke Krängung und die Wellen schlugen übers
Vorschiff. Mama war heilfroh, dass wir Kinder uns die Zeit unter Deck
vertrieben. Wir erzählten uns Witze und wer lachte, musste einmal ohne sich
festzuhalten durchs Schiff gehen. Eine große Herausforderung bei diesem Seegang.
Einmal kam Mama
kurz nach unten und versorgte uns mit Getränken und Knabbereien. Sie verschwand
aber ganz schnell wieder, denn ihr wurde übel. Sie konnte gar nicht glauben,
dass uns bei der Hitze und Schaukelei nicht schlecht wurde. Wir sind halt
richtige Seebären - wie Waggerl uns immer nennt.
| Lunchtime nach rauschender Fahrt |
Nach einer
Runde baden, machte sich Mama an die Vorbereitung des Abendessens. Wir waren
heute schon sehr hungrig. Zur Auswahl gab es Carbonara oder Putanesca. Toni und
ich entschieden uns für ersteres. Während Toni Mama beim Kochen half, vertiefte
ich mich noch einmal in mein Buch. Am liebsten würde ich die letzten Kapitel
lesen, weil ich die Spannung kaum aushalten kann. Aber Mama riet mir davon ab,
als ich ihr später beim Abwasch half.
Den Abend
verbrachten wir alleine auf der Mona Liesa, denn zwischen uns und den Pavics ankerte
noch ein anderes Schiff. Außerdem hatte sich Johannes heute beim Segeln seinen
großen Zeh blau geschlagen, deshalb blieb er lieber an Bord. Mama und Toni
übten auf dem Vorschiff Yoga, während Papa und ich an unseren Büchern
weiterlasen. Gegen 21:30 Uhr verschwand ich dann in meiner Koje – segeln macht
ziemlich müde.
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