Sonntag, 5. Juli 2015

Bilderbuchstrand endeckt!

Gegen 4:30 Uhr erwachte Papa vom Schaukeln der Mona Liesa. Der Wind hatte gedreht und die Wellen standen direkt in die Bucht hinein. Aus Angst, der Anker könnte rutschen und wir würden zu weit an Land treiben, verlegte er seinen Schlafplatz an Deck.
Mama war von dem Geschaukel seekrank geworden. Sie flüchtete sich gegen 7:30 Uhr an Land und holte schon Brot und Gebäck zum Frühstück. Da noch alle schliefen, schnappte sie sich ihre Yogamatte und übte am Strand.
Gegen 9:30 Uhr war auch der Rest der Mannschaft wach. Niemand hatte so richtig Frühstückshunger, weil alle durchgeschaukelt waren. Da die Wetterprognose noch bis Mittag so bleiben sollte, überlegte Papa abzulegen. Toni und ich wollten aber bleiben. Das Wasser war hier so herrlich kristallklar und es gab so viele Fische zu sehen. So beschlossen wir, erst in den Supermarkt zu gehen, um für die nächsten Tage einzukaufen. Hier gab es nämlich italienische Salami, die schmeckt einfach besser als griechische. Die Kassiererin rief einen Mitarbeiter, als sie unseren Einkaufswagen sah, der bis zur Hälfte beladen war. Der junge Mann half uns die Einkäufe in Plastiktüten zu verstauen. Mama hatte ihren Rucksack und Tragetaschen dabei und bat den Mann: „Not so many plasticbags, please.“ Da erwiderte die Kassiererin: „She is affraid.“ Die Griechen denken noch nicht an Umweltschutz. Überall gibt es Plastiktüten haufenweise und nirgends wird der Mülle getrennt. 
Als wir wieder zurückkamen, hatte sich der Wind etwas beruhigt und Papa war schon viel entspannter. Wir beschlossen doch hierzubleiben. Hurra!
So sprangen wir alle gemeinsam ins Wasser. Ich hatte die Idee, ein Stück altes Brot mitzunehmen, um mehr Fische anzulocken. Das war ein guter Plan. Kurz darauf tanzte ein ganzer Fischschwarm um uns herum. Mama durchsuchte das komplette Schiff nach dem Unterwasserfotoapparat. Sie hatte ihn sehr schlau aufgeräumt, im Hängeregal beim Niedergang. Endlich konnten wir Unterwasserfotos schießen.
 
Nach der Abkühlung machten sich Papa und Antonia auf den Weg zum Leuchtturm, während Mama und ich für die Schule arbeiteten. Ich kann mich besser konzentrieren, wenn Ruhe an Bord ist. Als die beiden völlig erschöpft zurückkamen, gab es Mittagessen.
Den Nachmittag verbrachten wir mit Schnorcheln (Toni geht jetzt mit Taucherbrille ohne Schwimmnudel ins Wasser) und spielen auf dem Beiboot. Toni und ich hantelten uns an den Heckleinen entlang zu einem großen Stein. Da wollten wir die Unterwasserwelt erkunden. Papa musste uns retten, weil wir feststeckten.
Gegen 16:30 Uhr machten wir uns, nach langer Diskussion, gemeinsam auf den Weg. Gestern hatten wir eine Tafel mit verschiedenen Wanderwegen entdeckt. Da mir die Leuchtturmwanderung so viel Spaß gemacht hatte, wollte ich noch eine andere Wanderung (5km) machen. Papa hatte Bedenken, dass Toni durchhält, weil sie auf dem kurzen Weg zum Leuchtturm schon so stark jammerte. Sie wollte aber unbedingt mitkommen. So einigten wir uns, den ersten Wegabschnitt gemeinsam zu gehen, um zu testen, wie wir uns bei der Hitze fühlen. Wir folgten dem Pfeil. Der Weg führte an einer Straße entlang. Als wir an eine Kreuzung gelangten, fanden wir keine Beschilderung mehr. Wir mussten etwas übersehen haben. Auf dem Rückweg hielt ein Leihwagen neben uns, er erklärte uns, wie es weiterging. Jemand hatte die Beschilderung abmontiert. Der Weg führte durch ein Stück Wald zu einer exklusiven Ferienanlage und weiter zu einer Bucht mit einem idyllischen Strand. Kristallblaues Wasser, weißer Sand – ein Traum! Ich wollte nichts so sehr, wie hier ins Wasser springen. Es war mir völlig egal, dass ich keine Badehose dabei hatte. So sprang ich einfach mit meiner Unterhose hinein. Es war einfach nur cool! Da es bereits 18 Uhr war, beschlossen wir uns auf den Rückweg zu machen, um nicht zu spät zum Essen zu kommen.
Nach kurzem Erfrischungsbad und einer Dusche, machten wir uns auf den Weg in das Örtchen. Wir schauten uns die Restaurantempfehlungen der Grazerin an und entschieden uns dann für Ellis, das auch im Tripadvisor eine gute Platzierung hatte. Als Vorspeise bestellten wir Tsatsiki und gegrillten Oktopus. Ich aß Nudeln mit Hähnchen, Pilzen und Trüffelöl, Papa bestellte sich ein typisches griechisches Lammgericht, Mama ein Seafood-Risotto und Toni Hähnchenkeulen mit Pommes. Bis auf Antonia waren alle mit ihrem Essen zufrieden. Tonis Pommes waren zu latschig. Zum Schluss bekamen wir alle eine Gratisnachspeise und ein Verdauungsschnäpschen. (Für uns Kinder natürlich ohne Alkohol)
Bevor wir nach Hause gingen, brachten wir noch unsere Postkarten zum Briefkasten. Als ich Vitus Karte eingeworfen hatte, schoss es mir durch den Kopf: Mist, ich hatte die Adresse vergessen!! Die ganze Arbeit umsonst. Vitus, ich werde dir trotzdem noch mal eine Karte schicken, dann aber mit Anschrift.

1 Kommentar:

  1. Hallo Felix,
    schön, dass du dich so amüsierst. Wir sind ganz neidisch. Wir hoffen, dass es euch gut geht. Wir haben zurzeit hausaufgabefrei, weil es so warm ist. Welche Tiere kannst du unter Wasser sehen? Du schreibst echt toll.
    deine Klasse

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