Das war
eine ungemütliche Nacht für Papa und Mama. Papa schlief wegen des
Unterwasserfelsens wieder einmal an Deck. Als der Wind drehte, kam das Heck der
Mona Liesa diesem Ungetüm immer näher. Papa holte schon zweimal Ankerkette auf,
aber leider ohne Erfolg. Um 0:30 Uhr startete er schließlich den Motor. Mama
wachte auf und half ihm die Landleinen zu lösen und den Anker zu bergen. Auf
der Suche nach einem besseren Plätzchen, wachten einige Segler nebenan auf und
kontrollierten ihre Anker. Papa drehte eine Runde in der Bucht und entschied
dann frei drehend zu ankern. Das war gar nicht so einfach bei der Wassertiefe
und der Finsternis. Letztendlich fanden die beiden einen guten Platz auf zehn
Meter, so dass Papa nach einer halben Stunde Ankerwache doch noch schlafen
konnte.
Gegen 9 Uhr
kam Markus angeschwommen und erkundigte sich, was geschehen war. Papa erzählte
ihm von der nächtlichen Aktion. Sie besprachen kurz die Reiseroute für heute
und legten den Zeitpunkt zum Auslaufen fest. Anschließend gab es Frühstück. Da
es in der Bucht keine Einkaufsmöglichkeiten gab, aßen wir wieder Müsli und
Obstsalat. Danach schwammen wir zwischen den Booten hin und her. Das waren
bestimmt 200 Meter. Toni schaffte die Strecke ohne sich an Mama festzuhalten.
Pünktlich
um 11 Uhr verließen wir die Bucht und tuckerten an der Insel Kastos entlang.
Wir drehten eine Runde im Hafenbecken von Port Kastos. Ein kleines hübsches
Örtchen, das einzige auf der Insel mit einer alten, schön anzusehenden Windmühle.
Schade, dass wir keine Zeit mehr hatten hier zu bleiben. Nördlich davon lag die
wesentlich größerer und höhere Insel Kalamos (750 m). Dort warfen wir ebenfalls
einen Blick in das Hafenstädtchen bevor wir Richtung verlassene Stadt (Port
Leone) weiter fuhren. Zwischen den Inseln kam Wind auf, die Penelope entschied
sich zu segeln. Da wir noch die Geisterstadt ansehen wollten, lohnte es sich
nicht die Segel auszupacken. Im Rod Heikell stand, dass die Einwohner nach dem Erdbeben
1953 ihre Stadt verließen und nicht wieder zurückkamen. Bewohner aus der Stadt
Kalamos bauten die zerstörte Kirche wieder auf und pflegen sie bis heute. Wir
ankerten in der kleinen Bucht vor der Kirche, badeten und aßen zu Mittag.
Um 13:45
Uhr machten wir uns dann auf den Weg Richtung Megganisie. Diesmal wollten wir
im rechten Arm der Bucht Abelike ankern.
Für den Abend hatten wir geplant zu grillen und im Nachbarort Vathi gab es eine
gute Metzgerei. In eineinhalb Stunden erreichten wir unser Ziel. Bei 15 Knoten
Wind aus Nord-Westen schossen wir mit 5 bis 6 Knoten dahin. So macht Segeln
richtig Spaß!
Wir funkten
auf Kanal 73 die Penelope an. Sie lagen direkt neben Daniel Cerg vor Anker.
Gabi konnte sich nur schwer zum weitersegeln überreden lassen. Papa wollte aber,
aus Angst keinen geeigneten Ankerplatz für die Nacht zu finden, zum vereinbarten
Ziel. So erreichten wir gegen 15:30 Uhr Abelike. Die gute Seite war wie
erwartet zugeparkt, so gingen wir gegenüber mit Heckleine an Land. Ich jumpte
sofort ins Wasser. Was war das, es fühlte sich an, wie in der Badewanne. Keine
Spur von Abkühlung. Bei der Affenhitze mussten wir nun ins Dorf latschen, um
Grillfleisch zu besorgen. Ich hatte absolut keine Lust! Doch das nützte nichts,
der Plan war fix. So machten wir uns um 17 Uhr mit nacktem Oberkörper, das
T-Shirt in der Hand, auf den Weg nach Vathi. Vom letzten Mal wusste ich, was
mich erwartet: erst bergauf, dann bergab. Der Schweiß stand mir auf der Stirn.
Endlich erreichten wir die Ortschaft. Da wir alle schon etwas hungrig waren,
kauften wir zunächst Grillfleisch ein. Meine Familie entschied sich für
Schweinkoteletts, die waren beim letzten Mal sehr lecker. Die Pavics nahmen
Fleischpflänzchen und Lammkoteletts. Wir ließen unsere Einkäufe im Kühlfach der
Metzgerei und setzten uns nebenan in ein Cafe. Joe und Babsi hatten sich beim Segeltrimm
Eis verdient, Toni und ich bekamen auch eins. Die Kugeln waren mega, ich hatte
Mühe meine aufzuessen und das heißt was. Bevor wir uns auf den Rückweg machten,
spazierten wir noch ein wenig durch Vathi. Mama und Gabi besorgten in der
Zwischenzeit die restlichen Lebensmittel im Supermarkt. Gegen 19:30 Uhr waren
wir wieder auf der Mona Liesa. Papa heizte sofort den Grill an, Mama und Gabi
bereiteten Salate vor. Mitten unter dem Grillen kippte Papa die Feuerschale
weg, ein Stück Hackfleisch fiel Poseidon zum Opfer, die restlichen Teile konnte
Papa mit dem Deckel des Grills auffangen. Mama holte sofort den Werkzeugkasten
und versuchte die locker gewordenen Schraube wieder festzuziehen. Das klappte,
aber nun konnte man den Deckel nicht mehr schließen, was dazu führte, dass das
herabtropfende Fett zu brennen begann. Zum Glück waren unsere Koteletts schon
fast fertig. Aus Platzmangel mussten wir in Etappen essen, zuerst wir Kinder,
dann die Erwachsenen.
Nachdem
Essen verzogen wir Kinder uns auf die Penelope. Dort las ich den anderen aus
Babs Buch „Hier ist was faul – plötzlich Zombi“ vor. Gegen 21:30 Uhr paddelten
Toni und ich zurück zur Mona Liesa. Wir mussten ins Bett, denn Morgen wollte
Papa schon um 7 Uhr Richtung Ambrakischen Golf auslaufen.
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