Freitag, 10. Juli 2015

Großreinigungstag im Stadthafen von Patras



Mama war heute schon sehr früh beim Laufen – zu früh für mich! Ich blieb lieber noch ein bisschen länger liegen. Auf dem Rückweg wollte sie Brot vom Supermarkt in der Marina mitbringen, aber der hatte um 9:15 Uhr immer noch geschlossen und kein frisches Brot in seinen Regalen. So musste sie noch einmal zurück in den Ort laufen, dafür entdeckte sie eine große Bäckerei mit leckerem Weißbrot. So beschloss ich mein Brot zum Frühstück in Olivenöl mit Salz und Pfeffer zu tunken, anstatt es mit Marmelade zu Essen. Papa meinte, ich wäre mittlerweile ein richtiger Südländer geworden.
Während Toni und ich plantschten, räumte Mama meine Kabine frei, denn Morgen ist es so weit: Opa und Oma kommen uns besuchen. In den nächsten zwei Wochen, teile ich mir mit Toni die großzügigere Vorschiffskabine und Papa und Mama ziehen in Tonis Koje um. Papa vertiefte sich in sein Hafenhandbuch, um die nächsten Tage vorzuplanen. Wir wollen den Golf von Patras bis zum Kanal von Korinth absegeln und einen Landausflug nach Delphi machen.
Gegen Mittag legten wir ab und machten uns auf den Weg Richtung Patras. Die 18 Seemeilen fuhren wir nur mit dem Motor, um auf direktem Weg rechtzeitig anzukommen. Papa versuchte während der Fahrt das Dinghi mit dem Zweikomponentenkleber zu reparieren. Aber die defekten Flächen waren einfach zu groß. Es kam noch hinzu, dass das Lösungsmittel zur Vorbereitung der Klebeflächen zwar die Handschuhe auflöste, aber nicht unser Klebebandreste, das wir zum Flicken benutzt hatten.
Ich nutzte die Zeit meine Schularbeiten zu erledigen und Toni schrieb ihre ersten Worte selbst auf. Sie war ganz stolz auf ihren Satz „Polizei sitzt auf dem Klo“
Um 16:15 Uhr liefen wir im Stadthafen von Patras ein. Vorher versuchte Papa vergeblich den Hafenmeister wegen eines Liegeplatzes zu kontaktieren. Aber er ging weder ans Telefon noch hörte er den Funkspruch, so legten wir uns einfach auf den Gästesteg. Um 20 Uhr erschien er dann völlig relaxt, um uns mitzuteilen, dass wir Morgen in sein Büro kommen sollen, um einzuchecken.
Die Zeit bis zum Abendessen nutzten wir für einen gründlichen Schiffsputz. Mama war für das Schiffsinnere zuständig. Papa, Toni und ich befüllten die Wassertanks und schrubbten das Deck. Dann schauten wir uns im Marinashop ein neues Beiboot an. Die Auswahl an Dinghis war nicht besonders groß, trotzdem fand Papa ein passendes.
Kurz vor Geschäftsschluss kauften wir noch Lebensmittel für die nächsten Tage. Soviel, wie in einen Rucksack und ein paar Tragetaschen passten. Es gab sogar offenes Müsli in Säcken zum Selbermischen. Toni und ich durften uns drei verschiedene Sorten zum Testen mitnehmen. Nachdem die Sachen im Schiff verstaut waren, gingen wir noch in eine der Strandbars. Dort gab es wunderbar weiche Sessel und im vorderen Teil des Lokals war das Dach weggeschoben, so dass man einen Blick auf die Sterne hatte. Wir bestellten uns leckeren frisch gepressten Mehrfruchtsaft und entspannten uns.

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