Mama war
heute schon sehr früh beim Laufen – zu früh für mich! Ich blieb lieber noch ein
bisschen länger liegen. Auf dem Rückweg wollte sie Brot vom Supermarkt in der
Marina mitbringen, aber der hatte um 9:15 Uhr immer noch geschlossen und kein
frisches Brot in seinen Regalen. So musste sie noch einmal zurück in den Ort
laufen, dafür entdeckte sie eine große Bäckerei mit leckerem Weißbrot. So
beschloss ich mein Brot zum Frühstück in Olivenöl mit Salz und Pfeffer zu
tunken, anstatt es mit Marmelade zu Essen. Papa meinte, ich wäre mittlerweile
ein richtiger Südländer geworden.
Während
Toni und ich plantschten, räumte Mama meine Kabine frei, denn Morgen ist es so
weit: Opa und Oma kommen uns besuchen. In den nächsten zwei Wochen, teile ich
mir mit Toni die großzügigere Vorschiffskabine und Papa und Mama ziehen in
Tonis Koje um. Papa vertiefte sich in sein Hafenhandbuch, um die nächsten Tage
vorzuplanen. Wir wollen den Golf von Patras bis zum Kanal von Korinth absegeln
und einen Landausflug nach Delphi machen.
Gegen
Mittag legten wir ab und machten uns auf den Weg Richtung Patras. Die 18
Seemeilen fuhren wir nur mit dem Motor, um auf direktem Weg rechtzeitig
anzukommen. Papa versuchte während der Fahrt das Dinghi mit dem
Zweikomponentenkleber zu reparieren. Aber die defekten Flächen waren einfach zu
groß. Es kam noch hinzu, dass das Lösungsmittel zur Vorbereitung der
Klebeflächen zwar die Handschuhe auflöste, aber nicht unser Klebebandreste, das
wir zum Flicken benutzt hatten.
Ich nutzte
die Zeit meine Schularbeiten zu erledigen und Toni schrieb ihre ersten Worte
selbst auf. Sie war ganz stolz auf ihren Satz „Polizei sitzt auf dem Klo“
Um 16:15
Uhr liefen wir im Stadthafen von Patras ein. Vorher versuchte Papa vergeblich
den Hafenmeister wegen eines Liegeplatzes zu kontaktieren. Aber er ging weder
ans Telefon noch hörte er den Funkspruch, so legten wir uns einfach auf den
Gästesteg. Um 20 Uhr erschien er dann völlig relaxt, um uns mitzuteilen, dass
wir Morgen in sein Büro kommen sollen, um einzuchecken.
Die Zeit
bis zum Abendessen nutzten wir für einen gründlichen Schiffsputz. Mama war für
das Schiffsinnere zuständig. Papa, Toni und ich befüllten die Wassertanks und
schrubbten das Deck. Dann schauten wir uns im Marinashop ein neues Beiboot an. Die
Auswahl an Dinghis war nicht besonders groß, trotzdem fand Papa ein passendes.
Kurz vor Geschäftsschluss
kauften wir noch Lebensmittel für die nächsten Tage. Soviel, wie in einen
Rucksack und ein paar Tragetaschen passten. Es gab sogar offenes Müsli in
Säcken zum Selbermischen. Toni und ich durften uns drei verschiedene Sorten zum
Testen mitnehmen. Nachdem die Sachen im Schiff verstaut waren, gingen wir noch
in eine der Strandbars. Dort gab es wunderbar weiche Sessel und im vorderen
Teil des Lokals war das Dach weggeschoben, so dass man einen Blick auf die Sterne
hatte. Wir bestellten uns leckeren frisch gepressten Mehrfruchtsaft und
entspannten uns.
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