| Theater von Delphi - ein atemberaubender Anblick |
Trotz der
unruhigen Nacht, schafften wir alle pünktlich aufzustehen. Papa lief durch die
halbe Stadt, um Brot von gestern zu kaufen. Kein Geschäft war geöffnet, weil
gestern alle feierten. Als wir noch gemütlich beim Frühstück saßen, kamen schon
unsere Taxis (20 Minuten zu früh) angefahren.
Pünktlich
um 9 Uhr stiegen wir ein und fuhren Richtung Delphi. Die Straße zum
historischen Mittelpunkt der Erde war perfekt ausgebaut, nicht vergleichbar mit
den Straßen auf Kefalonia. Das Heiligtum von Delphi befand sich an den
gewaltigen Abhängen des Parnass-Massivs oberhalb einer fast 200 Meter tiefen
Schlucht.
Um 9:45 Uhr
starteten wir unseren Rundgang in der Ausgrabungsstätte. Die heilige Straße
führte uns hinauf zum Apollotempel. Unglaublich, dass schon 2000 Jahre vor
Christus eine einzige Frau die gesamte Menschheit verarschte. Phytia bereitete
sich auf ihre Wahrsagung vor, indem sie geheiligtes Wasser trank und
Lorbeerblätter kaute. Danach inhalierte sie Dämpfe aus dem Erdinneren und
gelangte in einen rauschähnlichen Zustand. Nachdem die „Klienten“ ein Tier
geopfert hatten, konnten sie Phytia befragen. Sie beantwortete weltbewegende
Fragen, die sogar Kriege auslösten. Der Apollotempel, in dem dieses Ritual
stattfand, war der Mittelpunkt der Ausgrabungsstätte.
Weiter den
Berg hinauf, gelangten wir zum Theater. Auf 35 Sitzreihen aus weißem Marmor,
der jetzt grau gefärbt war, konnten früher 5000 Menschen sitzen. Der Blick nach
unten war beeindruckend. Aber am besten gefiel mir das gut erhaltene Stadion,
das man leider nicht mehr betreten darf. Opa wollte schon die Aufseherin
bestechen, damit Toni eine Runde im Stadion drehen konnte („20 € for an
historical photo.“). Aber als eine Besucherin die Absperrung überstieg, pfiff
die junge Frau energisch in ihre Trillerpfeife. Da traute sich Opa nicht mehr.
Zum
Abschluss besuchten wir das 2004 neu eröffnete historische Museum der
Ausgrabungsstätte. Hier kann man ausschließlich Fundstücke aus und um Delphi
sehen, z. B. Torsen, Sphinx, Reste dorischer Säulen, in Stein gemeißelte Bilder
von Schlachten und den weltberühmten Wagenlenker (Bronzestatur).
Zur
Mittagszeit brachte uns der perfekt englisch sprechende Taxifahrer wieder
zurück. Während der Fahrt erzählte er voller Begeisterung von Olivenbäumen,
Bergen und der Wasserversorgung Athens. Zurück an Bord, kochten Oma und Mama
Champingonomlette, weil wir alle ziemlich hungrig waren.
Gleich nach
dem Mittagessen gingen Toni und ich mit Opa und Oma zum Stadtstrand, während
Papa und Mama das alte Beiboot im Rumpf der Mona Liesa verstauten. Doch der
Badespaß dauerte nicht lange, denn der DJ nervte uns mit seiner übertrieben
lauten Musik. Wieder setzten wir uns ins Kaffee gegenüber und tippten unseren
Blog. (Falls es noch Leser gibt, würden wir uns über Feedback freuen.)
Nach der
Arbeit kam das Vergnügen. Ich konnte Papa überreden mich auf dem Boogiboard
hinter unserem Beiboot herzuziehen. Es gelang mir heute schon nach kurzer Zeit
auf dem Brett zu stehen. Allerdings musste Papa große Kurven ziehen, damit auf
dem Seil genügend Zug war.
Abendessen
gab es heute an Bord. Die Reste des Grilltellers mussten weg und aus den
leckeren Tomaten zauberten wir Bruscetta. Bevor wir mit dem Tabu-Spiel beginnen
konnten, bemerkte Papa, dass ich von unserer Petroleumlampe den Docht zu weit
nach unter gedreht hatte. Zum Glück konnten wir sie mit Pinzette und alten
Schrauben wieder zum Leuchten bringen. Opa kam beim Erklären der Begriffe so
richtig in Fahrt. Mit Händen und Füßen brachte er unserem Team Punkte ein.
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