Heute
Morgen fiel uns die Entscheidung abzulegen besonders schwer. Es war einfach
herrlich hier: Das Wasser klar und warm, beim Schnorcheln sahen wir viele
Fische und die Ruhe genossen wir ebenso. Toni wollte gerne weiter mit der
kleinen Italienerin spielen. Aber die gähnende Leere in unserem Kühlschrank
zwang uns zum Aufbrechen.
Das nächste
Ziel mit einer Einkaufsmöglichkeit war Poros. Im Hafenhandbuch wurde es als
nicht sehenswert beschrieben. Es half aber nichts. Vielleicht war es auch
besser so, denn schon heute Morgen rutschte ich auf der Gangway aus und
schrammte an der Kaimauer entlang ins Wasser. Dabei schürfte ich mir wieder
einmal Beine und Arme auf. Kurz darauf erging es Oma ähnlich. Sie betrat die
Passarella an der falschen Stelle, diese kam ins Rollen und Oma sprang ins
Wasser direkt auf den Kugelfender. Du hättest sie sehen sollen. Nachdem wir
merkten, dass alles okay war, brach allgemeines Gekicher aus. Um Schlimmeres zu
verhindern starteten wir um 11 Uhr den Motor. Mama steuerte aus der Bucht, Papa
und Opa holten das Beiboot während der Fahrt an Bord. Vorbei an der Luxusyacht
verließen wir die gerüchteumwobene Ratteninsel.
Zum Segeln gab
es heute zu wenig Wind. So tuckerten wir mit dem Motor gen Süden. Die Zeit
während der Fahrt verging wie im Flug. Ich spielte wie jeden Tag mit Opa Monopoly,
der Rest der Crew faulenzte und sah den Wellen beim Tanzen zu. Doch plötzlich
ging ein Aufschrei durch das Schiff: „Delfine!!“ Opa hatte sie zuerst entdeckt.
Mindestens fünf Bottlenose-Delfine sprangen vor uns aus dem Wasser. Einer war
besonders neugierig und schwamm direkt neben dem Bug auf und ab. Unglaublich
wie groß diese Meeresbewohner sind (3m) und trotzdem bewegen sie sich elegant
und wendig. Am liebsten möchte man direkt zu ihnen hineinspringen und auf ihrem
Rücken reiten.
Aus der
Entfernung sahen wir bereits die riesigen Fähren in den Hafen von Poros
einlaufen. Wir brachten die Fender aus, machten den Anker und die Heckleinen
klar. Papa steuerte auf die Einfahrt zu. Es war noch genügend Platz und so legten
wir uns neben eine Beneteau 46. Das Anlegemanöver klappte super: Anker fest,
Leinen fest, alles gut!
Die Hitze schlug
uns schon entgegen. Aber es gab einen Wasserschlauch direkt am Kai, mit dem wir
uns der Reihe nach abkühlten. Dann aßen wir zu Mittag. Papa half den Slowenen,
die gleich nach uns kamen beim Anlegen und quatschte gleich mit ihnen. Sie segelten
direkt aus Zakyntos hierher, von dort, wo wir Morgen hinwollen. An Backbord lag
eine Crew aus Wales. Der Skipper, ein alter Seebär mit großen Zahnlücken,
lockte Antonia an Bord. Er schenkte ihr einen kleinen Affen aus Wolle (von
seinem Freund selbstgemacht). Dann stellte er uns seine restlichen Weggefährten
vor, insgesamt vier Affen aus Stoff. Ich bekam auch einen Monkey geschenkt. Als
Dankeschön malten wir dem alten Mann zwei Affenbilder mit unseren Namen.
Den
Nachmittag verbrachten wir direkt am Wasser in einer Bar, die zwischen Felsen
in Form eines Schiffes gebaut war. Von dort aus, konnten wir direkt ins Wasser
zum Schnorcheln. Nicht weit vom Ufer gab es einen Felsen, an dem zahlreiche
Fische zu sehen waren. Ein blau-grün-gestreifter mit langem Körper gefiel mir
am besten. Ich wollte gar nicht mehr aus dem Wasser, weil es so viel zu sehen
gab. Die walisische Crew saß direkt am Nachbartisch und ich unterhielt mich in
Englisch mit dem alten Mann.
Gegen 18 Uhr
gingen wir zum Schiff zurück, genossen eine Süßwasserdusche und machten uns auf
den Weg zum Supermarkt. Zu sechst füllten wir zwei Einkaufswägen voller
Lebensmittel und Getränke. Der Endbetrag haute uns fast um: 210 €! Opa hatte
gar nicht so viel Geld dabei. Schnell eilte er zum Schiff zurück, Oma blieb als
lebendiges Pfand im Laden zurück.
Nachdem
alle Einkäufe verstaut waren, spazierten wir in die Taverne um die Ecke. Wir
entschieden uns für traditionelle griechische Küche: Suvlaki, Stifado und
Kalemari. Dazu gab es noch griechischen Salat. Mit der Preis-Leistung waren wir
zufrieden. Mit 50 € wurden wir alle satt, inclusive Wein und Bier. Als Nachspeise holten wir uns eine Kugel Eis in
der Schiffskneipe. Oma und Opa tranken eine weißen Ramazotti, der ihnen
überhaupt nicht schmeckte. Während wir unsere Zähne putzten, hielt Oma noch
einen Plausch mit Opa Monkey auf der Bank vor dem Schiff. In unserer Kabine
hatte es noch 32 Grad.
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