Sonntag, 19. Juli 2015

Der Monkey Opa



Heute Morgen fiel uns die Entscheidung abzulegen besonders schwer. Es war einfach herrlich hier: Das Wasser klar und warm, beim Schnorcheln sahen wir viele Fische und die Ruhe genossen wir ebenso. Toni wollte gerne weiter mit der kleinen Italienerin spielen. Aber die gähnende Leere in unserem Kühlschrank zwang uns zum Aufbrechen.
Das nächste Ziel mit einer Einkaufsmöglichkeit war Poros. Im Hafenhandbuch wurde es als nicht sehenswert beschrieben. Es half aber nichts. Vielleicht war es auch besser so, denn schon heute Morgen rutschte ich auf der Gangway aus und schrammte an der Kaimauer entlang ins Wasser. Dabei schürfte ich mir wieder einmal Beine und Arme auf. Kurz darauf erging es Oma ähnlich. Sie betrat die Passarella an der falschen Stelle, diese kam ins Rollen und Oma sprang ins Wasser direkt auf den Kugelfender. Du hättest sie sehen sollen. Nachdem wir merkten, dass alles okay war, brach allgemeines Gekicher aus. Um Schlimmeres zu verhindern starteten wir um 11 Uhr den Motor. Mama steuerte aus der Bucht, Papa und Opa holten das Beiboot während der Fahrt an Bord. Vorbei an der Luxusyacht verließen wir die gerüchteumwobene Ratteninsel.
Zum Segeln gab es heute zu wenig Wind. So tuckerten wir mit dem Motor gen Süden. Die Zeit während der Fahrt verging wie im Flug. Ich spielte wie jeden Tag mit Opa Monopoly, der Rest der Crew faulenzte und sah den Wellen beim Tanzen zu. Doch plötzlich ging ein Aufschrei durch das Schiff: „Delfine!!“ Opa hatte sie zuerst entdeckt. Mindestens fünf Bottlenose-Delfine sprangen vor uns aus dem Wasser. Einer war besonders neugierig und schwamm direkt neben dem Bug auf und ab. Unglaublich wie groß diese Meeresbewohner sind (3m) und trotzdem bewegen sie sich elegant und wendig. Am liebsten möchte man direkt zu ihnen hineinspringen und auf ihrem Rücken reiten.
Aus der Entfernung sahen wir bereits die riesigen Fähren in den Hafen von Poros einlaufen. Wir brachten die Fender aus, machten den Anker und die Heckleinen klar. Papa steuerte auf die Einfahrt zu. Es war noch genügend Platz und so legten wir uns neben eine Beneteau 46. Das Anlegemanöver klappte super: Anker fest, Leinen fest, alles gut!
Die Hitze schlug uns schon entgegen. Aber es gab einen Wasserschlauch direkt am Kai, mit dem wir uns der Reihe nach abkühlten. Dann aßen wir zu Mittag. Papa half den Slowenen, die gleich nach uns kamen beim Anlegen und quatschte gleich mit ihnen. Sie segelten direkt aus Zakyntos hierher, von dort, wo wir Morgen hinwollen. An Backbord lag eine Crew aus Wales. Der Skipper, ein alter Seebär mit großen Zahnlücken, lockte Antonia an Bord. Er schenkte ihr einen kleinen Affen aus Wolle (von seinem Freund selbstgemacht). Dann stellte er uns seine restlichen Weggefährten vor, insgesamt vier Affen aus Stoff. Ich bekam auch einen Monkey geschenkt. Als Dankeschön malten wir dem alten Mann zwei Affenbilder mit unseren Namen.
Den Nachmittag verbrachten wir direkt am Wasser in einer Bar, die zwischen Felsen in Form eines Schiffes gebaut war. Von dort aus, konnten wir direkt ins Wasser zum Schnorcheln. Nicht weit vom Ufer gab es einen Felsen, an dem zahlreiche Fische zu sehen waren. Ein blau-grün-gestreifter mit langem Körper gefiel mir am besten. Ich wollte gar nicht mehr aus dem Wasser, weil es so viel zu sehen gab. Die walisische Crew saß direkt am Nachbartisch und ich unterhielt mich in Englisch mit dem alten Mann.
Gegen 18 Uhr gingen wir zum Schiff zurück, genossen eine Süßwasserdusche und machten uns auf den Weg zum Supermarkt. Zu sechst füllten wir zwei Einkaufswägen voller Lebensmittel und Getränke. Der Endbetrag haute uns fast um: 210 €! Opa hatte gar nicht so viel Geld dabei. Schnell eilte er zum Schiff zurück, Oma blieb als lebendiges Pfand im Laden zurück.
Nachdem alle Einkäufe verstaut waren, spazierten wir in die Taverne um die Ecke. Wir entschieden uns für traditionelle griechische Küche: Suvlaki, Stifado und Kalemari. Dazu gab es noch griechischen Salat. Mit der Preis-Leistung waren wir zufrieden. Mit 50 € wurden wir alle satt, inclusive Wein und Bier. Als  Nachspeise holten wir uns eine Kugel Eis in der Schiffskneipe. Oma und Opa tranken eine weißen Ramazotti, der ihnen überhaupt nicht schmeckte. Während wir unsere Zähne putzten, hielt Oma noch einen Plausch mit Opa Monkey auf der Bank vor dem Schiff. In unserer Kabine hatte es noch 32 Grad.        

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