Am Morgen
sind Toni und ich mit Opa und Oma an Land gerudert, um frisches Brot für unser
Frühstück zu kaufen. Neben dem Supermarkt duftete es so herrlich süß aus dem Cafe. Dort gab es Apfeltaschen - mmmmh. Opa spendierte jedem von uns ein Stück. Ich
war schon so hungrig, dass ich mein Gebäck auf dem Rückweg zum Dinghi aß.
Mama
schnorchelte in der Zwischenzeit und erzählte uns völlig begeistert, dass sie
viele verschiedene Fische und sogar zwei Seesterne entdeckt hatte. Jetzt gab
es aber erst Frühstück und gleich danach wollte ich noch einmal ins Wasser.
Diesmal schwamm ich etwas anders in Richtung Felsen, so entdeckte ich endlich
auch die Überreste des versunkenen Fischerbootes, von dem Papa schon erzählt
hatte. Nach einem ausgiebigen Schnorchelgang machten wir klar Schiff und
starteten in Richtung Zakynthos-Stadt. Es war bereits 12 Uhr.
An der
Küste entlang tuckerten wir in Richtung Süden. Anfangs war die Landschaft noch
braun und felsig, dann wurde sie immer grüner und dicht besiedelter. Es reihte
sich ein Ferienort neben dem anderen. Ich wiederholte mit Mama Verschieben und
Drehen, während Antonia wieder mit Oma im Vorschulheft übte. Kurz vor Zakynthos-Stadt
legten wir in einer türkisen Bucht einen Badestopp ein. Das Meer war herrlich,
aber die Wassersportaktivitäten der Badetouristen gingen uns schnell auf die
Nerven. Ständig fuhren Motorboote mit aufgeblasenen Luftkissen oder Bobs mit
einer Affengeschwindigkeit an uns vorbei. So beschlossen wir gegen 15 Uhr
Richtung Hafen weiterzufahren.
Die
Einfahrt nach Zakynthos-Stadt war riesig breit. Kein Wunder, denn hier legen
laut Hafenhandbuch viele Fähren und auch Kreuzfahrtschiffe an. Nachdem wir eine
Runde im Hafenbecken gedreht hatten, gingen wir an den ersten Steg nahe einer Fähre. Wir hatten die Wahl zwischen Auspuffgestank und Straßenlärm.
Bei unserer
Ankunft im Hafen war es noch viel zu heiß für eine Sightseeingtour, so genossen
wir erst einmal einen selbstgemachten Melonendrink. Die Wassermelone, die Mama
in Poros gekauft hatte, überforderte unseren Kühlschrank. So verarbeiteten wir
sie teilweise zu Saft. Mit einem Spritzer Zitrone und etwas Wasser schmeckte der
Drink wunderbar erfrischend. Außerdem hatte er eine intensiv rote Farbe.
Während wir
unseren Fruchtcocktail genossen, bestaunten wir die Luxusyacht, die am Steg
direkt gegenüber lag. Papa googelte natürlich gleich, wieviel ein Aufenthalt
auf so einem Schiff kosten würde. Schlappe 75. 000 € beträgt die Miete für eine
Woche, man muss aber mindestens 10 Tage buchen. Hinzu kommen noch Benzinkosten
und Trinkgeld für die Besatzung (10 Personen). Als der rote Teppich ausgerollt
war, traf auch schon die Bonzenfamilie ein: Vater, Mutter und drei dicke
Kinder. Oma und ich durften uns nach Anfrage auf dem roten Teppich
fotographieren lassen.
Beim
Duschen auf dem Heck der Mona Liesa kamen wir in die Realität zurück. Danach
spazierten wir los in Richtung Innenstadt. Mehrheitlich beschlossen wir, heute
auf traditionelle griechische Küche zu verzichten. Ein italienisches Restaurant
gefiel uns besonders. Schon der Gruß aus der Küche schmeckte vorzüglich,
besonders das Olivenöl. Nachdem Papa die Bedienung nach der Herkunft des Öls
fragte, bot sie uns an, einen 5-Liter-Kanister zum Preis von 23€ für uns zu
besorgen. Opa willigte sofort ein – langsam wird er zum Gourmet. Auch die
Hauptspeisen waren toll angerichtet und schmeckten äußerst lecker – eine rundum
gute Wahl. Papa stellte sofort eine gute Bewertung bei Tripadvisor ein.
Schon
während des Essens hörten wir aus der Ferne coole Lifemusik. Toni, Mama und ich
machten uns auf den Weg dorthin, die anderen tranken noch einen Espresso. Kurze
Zeit später kam auch Oma und fing sofort an zu tanzen. Viele Leute liefen
vorbei und warfen ein paar Münzen in die Gitarrenhülle, aber stehen blieben nur
wenige. Kaum jemand klatschte, umso mehr jubelten und applaudierten wir. Als
wir Twist zur Musik tanzten, kam ihr Groupie zu uns. Wir plauderten ein bisschen
mit der jungen Griechin, die auch ein paar Worte Deutsch sprach. Dann schenkte
sie Toni und mir ein selbstgemachtes Armband. Nach fast zwei Stunden
Privatkonzert machten wir uns auf den Nachhauseweg. Es hatte bestimmt noch 30
Grad.
Als wir bei
der Mona Liesa ankamen, waren wir umringt von Gaffern. Die Leute saßen sogar
verkehrt herum auf der Bank, um der Promifamilie beim Abendessen zuzusehen.
Unglaublich! So kann man seinen Abend auch verbringen. Unser Schiffchen wurde
keines Blickes gewürdigt. So legten Toni und ich uns nackig in die aufgeheizte
Kabine und versuchten einzuschlafen.
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