Samstag, 11. Juli 2015

Omas und Opas abenteuerliche Ankunft

Kurz vor 9 Uhr standen wir alle gleichzeitig auf. Toni und ich gingen mit Papa frisches Brot kaufen, Mama bereitete derweil das Frühstück vor. Auf dem Weg zum Bäcker telefonierten wir mit Opa und Oma, die bereits in Patras gelandet waren. Sie sind heute schon um 6 Uhr in München losgeflogen. Die Armen mussten bereits um 3:30 Uhr aufstehen.
Als wir mit dem Frühstück fertig waren, kamen sie mit dem Taxi im Hafen an. Oma war völlig erschöpft von der rasanten Autofahrt. Der alte Mann überschritt regelmäßig die Geschwindigkeitsbegrenzungen und Fahrbahnmarkierungen, er ließ kein Schlagloch aus. Als Opa ihn in Englisch fragte, ob er keine Angst vor der Polizei hätte, schüttelte er nur den Kopf und sagte: „No, no police!“ Beim Bezahlen fragte Opa noch, ob er ein Verwandter von Schumacher oder Vettel wäre.
Nachdem Opa und Oma ihre kleinen Taschen ausgepackt hatten, zeigten Toni und ich ihnen die coole Kneipe von gestern. Sie tranken Kaffee und wir bekamen frisch gepressten Orangensaft. In der Zwischenzeit besorgten Papa und Mama die restlichen Dinge, die wir gestern aus Zeit- und Platzmangel nicht mehr kaufen konnte. Um 11 Uhr lieferte uns der Laundryservice die frisch gewaschenen Kleider, Handtücher und Bettwäsche. Mama legte die gewaschenen Unterhosen zusammen. Bei Toni und Mama waren es acht, ich hatte 4 verbraucht und Papa toppte uns alle: nur zwei Unterhosen! (Papa lebt nur noch in Badekleidung!) Als alles verstaut war, legten wir um die Mittagszeit ab. Papa hatte zuvor noch ein neues Beiboot gekauft. Wir fuhren unter der größten Seilhängebrücke der Welt hindurch. Per Funk teilte uns ein Beamter mit, unter welchem Teil wir die Brücke passieren durften.
Kurz danach tauchten am Horizont schwere dunkle Wolken auf. Es began zu blitzen und donnern. Um dem Gewitter etwas auszuweichen, änderten wir unseren ursprünglichen Kurs und auch unser Ziel. Wir wollten eigentlich nach Naf Paktos, jetzt hielten wir Kurs auf Trizonia. Gott sei Dank erwischte uns das Gewitter nicht, nur die Ausläufer brachten kurzzeitig Regen. Es fühlte sich sogar gut an, nach den hitzigen Tagen. Die kurze steile Welle, die durch das Gewitter entstand, schaukelte uns gewaltig durch, dass Mama und ich eine Pause beim bloggen einlegen mussten.
Nach einer Stunde waren die Wolken verschwunden und es schien wieder die Sonne. So ein Mist, jetzt musste ich doch noch was arbeiten. Mama hatte schon die Mathesachen hergerichtet.  
Mit dem bodyboard hinter dem Dinghi mit 2,5 PS!
Am späten Nachmittag kamen wir in Trizona an. Wir ankerten vorm Hafen in der Bucht. Beim Hineinfahren sahen wir einen Jungen, der von seinem Vater mit dem Beiboot auf einem Brett stehend hinterher gezogen wurde. Das sah echt lässig aus. Kaum lagen wir vor Anker, kamen die beiden vorbei und fragten mich, ob ich es auch mal ausprobieren wolle. Natürlich war ich begeistert. Ich schlüpfte in Neopren und Schwimmweste und sprang ins Wasser. Als ich das Brett erreichte, fuhr der Däne los. Anfangs traute ich mich nicht so recht aufzustehen, aber je länger ich fuhr, umso mutiger wurde ich. Zum Schluss konnte ich sogar aufrecht stehen. (Jetzt weiß Papa, was er täglich zu tun hat, um mich zu beschäftigen.) Im Anschluss an den Surfspaß lud Papa August, Emil und ihren Vater auf Chips und Bier auf unser Boot ein. Die Kinder bekamen natürlich nur Apfelsaftschorle. Während Mama Abendessen machte, pumpte Opa unser neues Beiboot auf und wir drehten die erste Runde im Hafenbecken. Da lag ein gesunkener Zweimaster auf Grund. Dann besuchten wir noch kurz das dänische Schiff, aßen wieder Chips und sahen uns ihr Boot an.
Nach dem Abendessen waren wir für einen Landgang alle zu müde. Gott sei Dank, weil kurze Zeit später eine weitere Gewitterfront durchzog. Drei Schiffe um uns herum hatten Probleme mit ihren Ankern und mussten erneut festmachen. Ein 62 Fuß Kat verließ die Bucht, weil er keinen Halt mehr fand. Als sich die Lage wieder entspannte, legte sich ein französisches Schiff so nahe neben uns, dass wir fast zusammenstießen. Papa brachte die Fender aus und ging trotzdem entspannt ins Bett. Mittlerweile haben wir uns an die kuscheligen Ankersituationen in griechischen Buchten gewöhnt. 


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