Dienstag, 14. Juli 2015

Doppel-Knockout für Mama



Ich wachte heute Morgen schon früh auf, weil ich Stimmen hörte. Opa war auf der Suche nach seiner Badehose. Die beiden stehen gerne früh auf – kein Wunder, sie schlafen ja auch den halben Nachmittag. Nachdem sich Mama den Kopf am Baum anhaute und laut aufschrie, kam ich aus meiner Kabine. Auch der Cafebesitzer von gegenüber brachte einen Pappbecher voller Eiswürfel zum Kühlen. Mama hatte sich nämlich heute schon zum zweiten Mal ihre Birne angeschlagen.  
Oma und Opa waren auf ihrem Morgenspaziergang beim Bäcker und haben außer Brot auch leckere Krapfen mitgebracht. Opa hatte kaum mehr Hunger, weil er zu seinem Espresso in der Cafebar schon ein Stück Zitronenkuchen gegessen hatte. Er kauft sich immer einen Espresso, damit er auf die Toilette gehen kann. Das Klo an Bord benutzt er selten.
Nach dem Frühstück besorgten Oma, Opa und Toni noch Lebensmittel (Tonis Nutella war aus) und Obst im Dorfladen. Ich quälte mich in der Zwischenzeit mit Mathe (Geometrie) – hatte mal wieder Stress mit Mama, weil ich lieber zum Einkaufen gegangen wäre.
Papa nutzte die Ruhe, um mit Mama die Routenmöglichkeiten durchzugehen. Sie entschieden sich wieder Richtung ionisches Meer zurückzukehren, anstatt den Golf von Korinth noch weiter in Richtung Kanal zu segeln. Papa stimmte gegen Meilen für mehr Zeit an schönen Plätzen. Ich hätte gerne die Akropolis in Athen gesehen.
Um die Mittagszeit brachen wir auf. Es war schon gut heiß und kaum Wind. Die letzten Tage kamen wir nicht besonders viel zum Segeln. In der Bucht von Skala Kallithea legten wir einen Badestopp ein. Da fiel es mir auf, dass mein Brett nicht mehr an Bord war. Ich musste es in Galaxidi verloren haben. Zum Surfen hatte Papa das Seil abmacht und dann habe ich es vermutlich nicht richtig aufgeräumt. Fast zehn Jahre begleitete es uns beim Segeln, jetzt treibt es irgendwo auf dem Meer.
Mittagspause in herlicher Bucht
Das Wasser war herrlich türkis, aber die Wellen liefen in die Bucht hinein. Das war kein geeigneter Platz für eine Übernachtung. Außerdem fuhr ein LKW nach dem anderen an der nahen Straße vorbei und die Strandbar spielte laute Technomusik. So entschieden wir uns, wieder nach Trizona zurückzukehren. Diesmal ankerten wir direkt neben dem Schrottplatz auf dem Wasser. Hier wurde ein verrostetes Baggerschiff abgestellt.
Antonia und ich schälten die Kartoffeln für unser Abendessen. Die Schalen waren danach auf dem Schiff verteilt, aber Mama lobte uns trotzdem. Dazu gab es gebratene Würstchen und gemischten Salat.
Nach dem Abendessen spazierten Papa, Mama und ich durch Trizona. Wir stiegen den Berg an der Kirche entlang nach oben und entdeckten ein unfertiges Haus mit Pool und Zitronenhain, das zu verkaufen war. Leider befindet sich der nächste Flughafen zu weit entfernt, um schnell mal hier her zu kommen. Sonst wäre das ein tolles Ferienhaus. Antonia blieb mit Opa und Oma an Bord und schrieb das ABC und die Zahlen von 1 bis 20 auf.  

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