Oma wollte
heute Morgen ungestört Nacktbaden, doch als sie an Deck kam, entdeckte sie die
Französin auf dem Nachbarschiff. Sie hatte Nachtwache gehalten, weil ihr die
Ankersituation doch nicht so geheuer war. Oma hielt einen kurzen Plausch mit
der Frau und legte sich wieder in ihre Koje.
Gegen 8:30
Uhr waren dann alle wach. Toni sprang mit Opa gemeinsam ins Wasser und
umrundete auf seinem Rücken die Mona Liesa. Kurz darauf stürzte sich auch der
Rest der Crew ins kühle Nass. Nach der Abkühlung gab es Frühstück und
anschließend eine Erkundungsfahrt ins Fischerdörfchen. Papa blieb an Bord und
nützte die Zeit zum Aufräumen der Backskiste. Auf unserem Rundgang durch
Triszonia besichtigten wir die orthodoxe Dorfkirche. Besonders aufgefallen ist
uns der vergoldete Kronleuchter in der Mitte und auch die Wandzeichnungen waren
perfekt restauriert. Ich zündete zwei Kerzen an und Opa spendete ein paar
Euros. Auf dem Rückweg tranken wir in einer Kafertepia frisch gepressten
Orangensaft. Das ist momentan mein Lieblingsgetränk! Mama kaufte in der
Zwischenzeit Brot im Miniaturmarket. Die alte Frau fragte sie, ob sie
vorbestellt hatte. Mama bekam aber trotzdem Brot.
Auf dem
Rückweg zu unserem Dinghi sahen wir eine Griechin Ziegenfleisch grillen. Dazu
hatte sie zwei Ziegelsteine, eine Grillzange und einen Ast als Halter. So
einfach geht`s auch!
Kurz vor 12
Uhr legten wir ab in Richtung Galaxidi. Ein mittelalterliches Dörfchen in der
Nähe von Delphi. Von dort aus wollen wir Morgen unseren Ausflug nach Delphi
machen. Während Mama und ich Deutsch und Mathe übten, schliefen Toni, Opa und
Oma in der Vorschiffskabine. Papa segelte mit 5 Knoten unserem Ziel entgegen.
Heute mussten wir zum ersten Mal ankern und rückwärts zwischen zwei Yachten an
der Kaimauer festmachen. Ein schwieriges Manöver, noch dazu mit starkem
Seitenwind. Beim ersten Mal reichte die Ankerkette nicht, aber dann steuerte
Papa gekonnt in die enge Lücke.
Während
Papa die Hafengebühr zahlte (reine Verhandlungssache), begaben wir uns auf
erste Entdeckungstour. An der Hafenpromenade reihten sich die Tavernen aneinander,
schön anzusehen. Jede Taverne wollte uns als ihre Gäste begrüßen. Doch wir
machten noch einen kleinen Rundgang durch das Dorf. Eigentlich war es nur
brütend heiß und Papa hatte nichts verpasst. Viele Geschäfte waren ohnehin noch
geschlossen. Während unseres Rundgangs trafen wir immer wieder vier Gänse. Sie
umringten Opa und versuchten dabei seine Schuhbänder zu öffnen. Anschließend
setzten wir uns noch in eine Bar gegenüber unserem Schiff und genossen das
kühle Lüftchen, während wir unseren Blog tippten.
Vor dem
Abendessen duschten wir luxuriös auf unsere Heckdusche (warmes Süßwasser).
Dabei leerten wir den halben Wassertank (75 Liter), d.h. wir verbrauchten
genauso viel Wasser, wie die letzten drei Tage. Zur Feier der Ankunft von Opa
und Oma gingen wir heute Abend zum Essen. In der Taverne Zydos aßen wir
griechische Vorspeisen, Fisch und Gegrilltes. Mit vier Hauptspeisen wurden wir
sechs mehr als satt und nahmen sogar noch Reste des Grilltellers mit nach
Hause. Als wir vor der Mona Liesa standen, hörten wir schon die laute Musik aus
der Bar gegenüber. Das ging fast die ganze Nacht so. Um 2 Uhr steckte mir Papa
dann Stöpsel in meine Ohren, damit war meine Nacht gerettet! Zum Glück, denn
Morgen musste ich früh ausstehen.
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