Sonntag, 12. Juli 2015

Eine schwere Nacht in Galaxidi



Oma wollte heute Morgen ungestört Nacktbaden, doch als sie an Deck kam, entdeckte sie die Französin auf dem Nachbarschiff. Sie hatte Nachtwache gehalten, weil ihr die Ankersituation doch nicht so geheuer war. Oma hielt einen kurzen Plausch mit der Frau und legte sich wieder in ihre Koje.
Gegen 8:30 Uhr waren dann alle wach. Toni sprang mit Opa gemeinsam ins Wasser und umrundete auf seinem Rücken die Mona Liesa. Kurz darauf stürzte sich auch der Rest der Crew ins kühle Nass. Nach der Abkühlung gab es Frühstück und anschließend eine Erkundungsfahrt ins Fischerdörfchen. Papa blieb an Bord und nützte die Zeit zum Aufräumen der Backskiste. Auf unserem Rundgang durch Triszonia besichtigten wir die orthodoxe Dorfkirche. Besonders aufgefallen ist uns der vergoldete Kronleuchter in der Mitte und auch die Wandzeichnungen waren perfekt restauriert. Ich zündete zwei Kerzen an und Opa spendete ein paar Euros. Auf dem Rückweg tranken wir in einer Kafertepia frisch gepressten Orangensaft. Das ist momentan mein Lieblingsgetränk! Mama kaufte in der Zwischenzeit Brot im Miniaturmarket. Die alte Frau fragte sie, ob sie vorbestellt hatte. Mama bekam aber trotzdem Brot.
Auf dem Rückweg zu unserem Dinghi sahen wir eine Griechin Ziegenfleisch grillen. Dazu hatte sie zwei Ziegelsteine, eine Grillzange und einen Ast als Halter. So einfach geht`s auch!
Kurz vor 12 Uhr legten wir ab in Richtung Galaxidi. Ein mittelalterliches Dörfchen in der Nähe von Delphi. Von dort aus wollen wir Morgen unseren Ausflug nach Delphi machen. Während Mama und ich Deutsch und Mathe übten, schliefen Toni, Opa und Oma in der Vorschiffskabine. Papa segelte mit 5 Knoten unserem Ziel entgegen. Heute mussten wir zum ersten Mal ankern und rückwärts zwischen zwei Yachten an der Kaimauer festmachen. Ein schwieriges Manöver, noch dazu mit starkem Seitenwind. Beim ersten Mal reichte die Ankerkette nicht, aber dann steuerte Papa gekonnt in die enge Lücke.
Während Papa die Hafengebühr zahlte (reine Verhandlungssache), begaben wir uns auf erste Entdeckungstour. An der Hafenpromenade reihten sich die Tavernen aneinander, schön anzusehen. Jede Taverne wollte uns als ihre Gäste begrüßen. Doch wir machten noch einen kleinen Rundgang durch das Dorf. Eigentlich war es nur brütend heiß und Papa hatte nichts verpasst. Viele Geschäfte waren ohnehin noch geschlossen. Während unseres Rundgangs trafen wir immer wieder vier Gänse. Sie umringten Opa und versuchten dabei seine Schuhbänder zu öffnen. Anschließend setzten wir uns noch in eine Bar gegenüber unserem Schiff und genossen das kühle Lüftchen, während wir unseren Blog tippten.
Vor dem Abendessen duschten wir luxuriös auf unsere Heckdusche (warmes Süßwasser). Dabei leerten wir den halben Wassertank (75 Liter), d.h. wir verbrauchten genauso viel Wasser, wie die letzten drei Tage. Zur Feier der Ankunft von Opa und Oma gingen wir heute Abend zum Essen. In der Taverne Zydos aßen wir griechische Vorspeisen, Fisch und Gegrilltes. Mit vier Hauptspeisen wurden wir sechs mehr als satt und nahmen sogar noch Reste des Grilltellers mit nach Hause. Als wir vor der Mona Liesa standen, hörten wir schon die laute Musik aus der Bar gegenüber. Das ging fast die ganze Nacht so. Um 2 Uhr steckte mir Papa dann Stöpsel in meine Ohren, damit war meine Nacht gerettet! Zum Glück, denn Morgen musste ich früh ausstehen.

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