Dienstag, 30. Juni 2015

Bernd und Susanne.....



Mama und ich begannen den Tag sportlich. Wir ruderten mit unserem Beiboot an Land und joggten die Hafenpromenade entlang. Auf dem Rückweg kauften wir frisches Brot und Croissants ein. Zurück an Bord freuten wir uns auf ein Frühstück.
Während Mama und Papa das Schiff putzen und umbunkerten, hatten Toni und ich Spaß mit unserem Beiboot. Wir waren der Motor und trieben unser Schiff mit Beinschlägen an. Eigentlich wollten wir zum Schiffswrack in der Bucht, aber das Beiboot war ja festgebunden.
Danach musste ich Mathe machen. Mit Papa gemeinsam erstellte ich ein Histogramm. Dazu teilte ich die Tagesstrecken, die wir gesegelt sind, in Klassen mit jeweils 5 Seemeilen ein. Also 0-5 Seemeilen, 5-10 Seemeilen usw. und zählten dann, wie oft wir wie viele Meilen zurückgelegt hatten. Danach übertrug ich die Tabelle in ein Balkendiagramm, so wie wir das in der Schule schon öfters gemacht hatte.
Toni und Mama fuhren in der Zwischenzeit noch mal an Land. Meine Schwester wollte unbedingt die Bäckerei sehen, von der ich ihr heute Morgen vorschwärmte. Die beiden Mädls kauften einen leckeren Marmorkuchen als Nachspeise. Dann spazierten sie noch eine Weile durch die Ortschaft. Sie beobachteten, wie die Leute ihre leeren Wasserflaschen zu einem Tankwagen brachten, der sie auffüllte. Ein Stückchen weiter gab es einen Obst- und Gemüsewagen, der ebenfalls durch die Straße fuhr und die Leute versorgte. Der Mann sagte: „Germany is good!“ und schenkte Toni eine Nektarine. Schade, das hätte ich auch gerne gesehen, aber ich muss ja immer diese blöden Schulaufgaben erledigen!
Am Nachmittag bauten wir unsere Hängematte zum ersten Mal zwischen Mast und Vorstag auf. Toni legte sich quer hinein und schaukelte eine ganze Weile darin herum. Als sie ausstieg, sah ich, wie der Wind die Matte zur Seite wehte und wie ein Segel aufblähte. Erst versuchte ich an der weißen Schnur das Segel nach unten zu halten. Doch dann kam Toni mit einem Terraband in der Hand zurück. Das war die Lösung, mit dem Band konnten wir das Segel einstellen. Im Laufe der Zeit verfeinerten wir die Einstellung noch mit weiteren Leinen. Mama und Papa bemerkten, wie sich das Schiff in den Wind drehte und leicht Fahrt aufnahm. Da uns der Anker festhielt, fiel das Segel immer wieder ein und wir mussten wenden, d.h. die Matte auf der anderen Seite befestigen. Das machte echt Spaß. Wir nannten unser Spiel: Bernd und Susanne gehen Segeln.
Am Abend fuhren wir mit unserem Beiboot ewig in Richtung Land. Wir wollten wieder einmal Fleisch und Fisch essen. Nachdem Mama hauptsächlich vegetarisch kocht, weil es in den Touristenorten keine Metzger gibt. Eigentlich wollten wir zum Seaside Restaurant fahren, weil dies im Tripadvisor gute Kritik (Platz 2 auf Levkas) erhalten hatte. Doch während der Fahrt planten wir spontan um, weil der Weg so weit schien. Außerdem erinnerte sich Papa, dass die beiden Österreicher uns die Taverne Elena empfohlen hatten. Letztendlich landeten wir dann im DIMITRIS, weil es Toni dort am besten gefiel. Nach dem Blick in die Speisekarte bereuten wir aber unsere Wahl. Die Tochter des Wirts (Trantüte herself) bot Felix zu seinen gegrillten Garnelen Pommes an. Mama und Papa schauten sich den frischen Fisch aus der Kühlung an. Dann kam der Chef, der sehr gut Englisch sprach und nahm die Bestellung selbst entgegen. Er empfahl uns Reis und Salat zum gegrillten Fisch. Toni bekam eine Kinderportion Suvlaki mit Gemüsereis. Das beruhigte uns. Zum Schluss waren wir alle zufrieden. Das Essen war einfach, aber lecker. Preis und Leistung passten. Als Papa mit Kreditkarte zahlen wollte, meinte der Chef, Bargeld wäre ihm heute lieber. Wir hielten noch einen kurzen Plausch über die wirtschaftliche Situation Griechenlands und er beruhigte uns, dass Touristen uneingeschränkt Geld von den Banken bekommen würden. Beim nächsten Mal werden wir aber ins Seaside gehen, denn da spazierten wir auf dem Rückweg vorbei. Das sah wirklich nobel aus. Schönes Ambiente, toll aufgedeckte Tische und der Blick in die Küche machte uns Spaß.

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