Samstag, 27. Juni 2015

Pause in Gaios



Es war eine herrlich gemütliche Nacht. Nachdem Papa 40 Cent und ein Alustück im Mototraum verbaut hatte, war das Knarren verschwunden. Außerdem lagen wir in der Bucht gut vor den Wellen geschützt. Wir beschlossen noch einen weiteren Tag hier zu verbringen.
Nach dem Frühstück sprangen wir zum ersten Mal ins Wasser. Es war schön klar und Mama entdeckte in der Nähe unserer Landleine eine große Fächermuschel. Leider konnte Papa den Unterwasserfotoapparat nicht finden.
Nach der Abkühlung war ich bereit für Mathe. Unsere Bordkasse musste wieder einmal auf den neuesten Stand gebracht werden. So addierte ich alle Ausgaben und errechnete unseren durchschnittlichen Tagesverbrauch. Er ist leicht gesunken, das liegt wohl daran, dass wir in Griechenland weniger Liegegebühren zahlen. Toni arbeitete ebenfalls in ihrem Vorschulheft und tat so, als wäre sie schon ein Schulkind.
Gegen 12 Uhr fuhren Mama, Toni und ich mit dem Beiboot an Land. Unser Kühlschrank musste dringend aufgefüllt werden. Wir gingen an den zahlreichen Fischerbooten vorbei. Jedes sah anders aus, so schön bunt. Im Butcher Shop kauften wir ein Stück Fleisch. Auf dem Schild war eine Kuh abgebildet, das musste also Rindfleisch sein. Danach brauchten wir Obst und Gemüse, Joghurt, Schafskäse, Reis … Gerade mal so viel, wie in Mamas Rucksack und Tragetasche passte. Es war ein ganzes Stück Fußweg bis zum Dinghi. Ich nahm Mama die Tragetasche ab, weil sie doch so Rückenschmerzen hatte.
Während Mama das Mittagessen vorbereitete, übte ich noch in Deutsch. Mit den Satzgliedern kenne ich mich jetzt gut aus. Mama und ich machten noch ein lustiges Spiel dazu. Jeder schrieb ein Satzglied auf, knickte das Blatt um und gab es weiter. So entstanden lustige Unsinnsätze.
Nach dem Schwimmen (Toni traut sich mittlerweile mit ihrer Schwimmnudel ein ganzes Stück von Mama weg), erkundeten wir das Waldstück hinter unserem Schiff. Auf dem Weg zur Stadt hatten wir nämlich einen Weg entdeckt. Natürlich wollten Toni und ich wissen, wo der hinführt. Als erstes entdeckten wir eine kleine Kapelle, die aber leider verschlossen war. Also stiegen wir weiter den Berg nach oben. Was da alles herumlag: alte Schuhe, eine Kassette, Plastikflaschen. Papa vermutete, dass Stürme im Winter hier den Müll anschwemmten. Die Wellen wären dann richtig hoch. Kaum vorstellbar. Der Trampelpfad führte uns weiter zu einer Ruine, wahrscheinlich eine alte Burgfestung. Es sah so aus, als wäre es früher eine Touristenattraktion gewesen. Mülltonnen und morsche Bänke standen noch herum. Wir folgten noch eine Weile dem Weg und kamen am gegenüberliegenden Ufer des Ortskerns heraus. Da stand ein Schild: Betreten des Forts nicht erlaubt! Leider zu spät.
Die Zeit bis zum Abendessen verbrachten wir noch mit Baden und Monopoly spielen. Als wir beim Essen saßen, legte ein Schiff, komplett aus Holz neben uns an. Toni war ganz begeistert und fotographierte es sofort. Es waren Österreicher, deshalb spielten wir ihnen zur Begrüßung STS vor.

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