Es war eine
herrlich gemütliche Nacht. Nachdem Papa 40 Cent und ein Alustück im Mototraum
verbaut hatte, war das Knarren verschwunden. Außerdem lagen wir in der Bucht
gut vor den Wellen geschützt. Wir beschlossen noch einen weiteren Tag hier zu
verbringen.
Nach dem
Frühstück sprangen wir zum ersten Mal ins Wasser. Es war schön klar und Mama
entdeckte in der Nähe unserer Landleine eine große Fächermuschel. Leider konnte
Papa den Unterwasserfotoapparat nicht finden.
Nach der
Abkühlung war ich bereit für Mathe. Unsere Bordkasse musste wieder einmal auf
den neuesten Stand gebracht werden. So addierte ich alle Ausgaben und
errechnete unseren durchschnittlichen Tagesverbrauch. Er ist leicht gesunken,
das liegt wohl daran, dass wir in Griechenland weniger Liegegebühren zahlen. Toni
arbeitete ebenfalls in ihrem Vorschulheft und tat so, als wäre sie schon ein
Schulkind.
Gegen 12
Uhr fuhren Mama, Toni und ich mit dem Beiboot an Land. Unser Kühlschrank musste
dringend aufgefüllt werden. Wir gingen an den zahlreichen Fischerbooten vorbei.
Jedes sah anders aus, so schön bunt. Im Butcher Shop kauften wir ein Stück
Fleisch. Auf dem Schild war eine Kuh abgebildet, das musste also Rindfleisch
sein. Danach brauchten wir Obst und Gemüse, Joghurt, Schafskäse, Reis … Gerade
mal so viel, wie in Mamas Rucksack und Tragetasche passte. Es war ein ganzes
Stück Fußweg bis zum Dinghi. Ich nahm Mama die Tragetasche ab, weil sie doch so
Rückenschmerzen hatte.
Während
Mama das Mittagessen vorbereitete, übte ich noch in Deutsch. Mit den
Satzgliedern kenne ich mich jetzt gut aus. Mama und ich machten noch ein lustiges
Spiel dazu. Jeder schrieb ein Satzglied auf, knickte das Blatt um und gab es
weiter. So entstanden lustige Unsinnsätze.
Nach
dem Schwimmen (Toni traut sich mittlerweile mit ihrer Schwimmnudel ein ganzes
Stück von Mama weg), erkundeten wir das Waldstück hinter unserem Schiff. Auf
dem Weg zur Stadt hatten wir nämlich einen Weg entdeckt. Natürlich wollten Toni
und ich wissen, wo der hinführt. Als erstes entdeckten wir eine kleine Kapelle,
die aber leider verschlossen war. Also stiegen wir weiter den Berg nach oben.
Was da alles herumlag: alte Schuhe, eine Kassette, Plastikflaschen. Papa
vermutete, dass Stürme im Winter hier den Müll anschwemmten. Die Wellen wären
dann richtig hoch. Kaum vorstellbar. Der Trampelpfad führte uns weiter zu einer
Ruine, wahrscheinlich eine alte Burgfestung. Es sah so aus, als wäre es früher
eine Touristenattraktion gewesen. Mülltonnen und morsche Bänke standen noch
herum. Wir folgten noch eine Weile dem Weg und kamen am gegenüberliegenden Ufer
des Ortskerns heraus. Da stand ein Schild: Betreten des Forts nicht erlaubt!
Leider zu spät.
Die
Zeit bis zum Abendessen verbrachten wir noch mit Baden und Monopoly spielen.
Als wir beim Essen saßen, legte ein Schiff, komplett aus Holz neben uns an.
Toni war ganz begeistert und fotographierte es sofort. Es waren Österreicher,
deshalb spielten wir ihnen zur Begrüßung STS vor.
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