Freitag, 5. Juni 2015

Ein mystischer Ort!

Papa machte sich schon früh auf, um Brot zu kaufen. Heute wollten wir nach Palagruza aufbrechen (eine Insel im Mittelmeer genau zwischen Kroatien und Italien). Wir hofften darauf, dort ankern zu können. Das ist möglich, wenn kein Südwind weht. 
Freunde aus Österreich sind derzeit auf dem Weg von Italien nach Kroatien und desshalb verabredeten wir uns dort. Wir nannten es "The adriatic meeting".
Da wir schon um 8:30 Uhr mit dem Frühstück fertig waren, entschieden wir uns für einen kurzen Stadtrundgang, um noch Energie loszuwerden. Es war schon ziemlich heiß für diese Uhrzeit, aber wir entdeckten eine schattigen Palmengarten, in dem wir Verstecken spielten. Toni stach sich an einer Palme so sehr, dass ihr Finger blutete und wir uns auf den Rückweg machen mussten. Schnell noch Salat und Tomten gekauft, an ein paar noblen Geschäften für Segler vorbeispaziert und zurück an Bord gefahren. 
Kurz vor 10 Uhr legten wir ab in Richtung Tankstelle. Papa wollte sicherheitshalber mit vollem Tank losstarten. Unser seitliches Anlegmanöver klappte trotz Wind stressfrei. Mama lobte Papa, Lehrer halt. 
Dannach brachen auf. "Palagruza wir kommen!"
Wir mussten motoren, weil so wenig Wind ging. Um 14 Uhr packte Papa seinen
Genacker (Leichtwindsegel) im Schiffsinneren aus. Alles war voll mit Segel! Mama half ihm, das große Segel in den Bergeschlauch zu packen. Das erleichert uns zukünftig das Setzen und Bergen des Genackers. 
Gegen 15 Uhr kam Raumschotswind auf, genau richtig, um unseren Genacker auszuprobieren. Mit 6 Knoten bei 1500 Umdrehungen Motorunterstützung kamen wir unserem Ziel immer näher. Jetzt war nur noch Wasser um uns herum. Vis war verschwunden und Palagruza noch nicht in Sicht. Papa erinnerte dieses Gefühl an seine Atlantiküberquerung. Nur die Wellen sind nicht ganz so hoch im Mittelmeer.
Ich musste Ausguck halten, damit wir nicht versehentlich herumtreibende Gegenstände rammten. Plastikflaschen, Holzteile und alles mögliche schwammen hier rum. Plötzlich tauchte vor uns ein braunes, rundes Teil auf. Wir rätselten, was es sein könnte. "Das bewegt sich, das muss ein Tier sein", meinte Papa. Er wich kurz aus, da schwamm sie direkt neben uns: eine Riesenschildkröte! Leider war sie nur kurz zu sehen.
Palagruza - näher an Italien als an Kroatien
Endlich tauchte sie auf, die Felsengruppe mitten in der Adria. Als wären sie von Nebel umhüllt, sah es aus. Zwischen steilen Klippen schipperten zwei kleine Fischerboote herum. "Wo die wohl herkamen?"
Kurz nach 18 Uhr ließen wir unseren Anker fallen, direkt zwischen zwei Felsen. "Der hält bestimmt", meinte Papa. Das Wasser um uns herum, sah herrlich aus: türkis und klar, viele bunte Fische schwammen zwischen den Felsen herum. 
Unsere Freunde waren auch schon da und winkten uns zur Begrüßung! Jetzt waren wir aber hungrig. Während der Fahrt gab es nur einen kleinen Snack. Die Reischls freuten sich, dass wir sie zum Essen einluden. Sie brachten uns eine Flasche Rotwein und ihre eigenen Gabeln mit. 
Sonnenuntergang auf Palagruza
Nach dem Abendessen machten wir uns auf den Weg Richtung Leuchtturm. Unglaublich, dass hier ein Leuchtturmwächter wohnt. (Übrigens Ramona, ein perfekter Ort für deine Träume.) Auf dem Weg nach oben, entdeckten wir wilde Geranien, eine Holzbank und einen roten Blechtopf als Pflanzgefäß. Oben trafen wir den Leuchtturmwächter bei der Pflege seines Gemüsegartens. Ansonsten gibt es hier noch einen Helikopterlandeplatz und eine Transportseilbahn: verrückt! Für 500 Euro kann man eine Woche dem Leuchtturmwächter über die Schulter schauen und mit ihm fischen gehen, las Ralf in einem Artikel in der Yacht. 
Nach dem Erkundungsgang verbrachten wir noch einen gemütlichen Abend auf der Mona Liesa. Wir spielten in der Koje und die Erwachsenen tranken Rosèreste aus dem Sackerl bei melancholischer Gitarrenmusik vom Nachbarschiff.  

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