Die Nacht war wie vermutet wackelig und ziemlich laut. Die
Engländer feierten noch bis 2 Uhr morgens, erzählte Papa. Er war nämlich beim
Lesen an Deck eingeschlafen und vom Lärm wieder aufgewacht. Toni und ich
durften in der Vorschiffskabine schlafen, weil man dort das Stöhnen der Mona
Liesa nicht hört. Mama und Papa steckten sich wie immer Ohrstöpsel rein.
Morgens war es ganz entspannt in der Bucht, die Wellen
hatten sich beruhigt und das Wasser war schön klar. Fische, genau in der
richtigen Größe für ein leckeres Mittagessen tummelten sich um unser Schiff.
Papa war heute als erstes Schwimmen, Mama hat auf mich gewartet und wir
sprangen auch schon vor dem Frühstück ins Wasser. Toni stellte heute ihren
Rekord in Langschlafen auf: Um 10:30 Uhr spazierte sie aus der Kabine, bestens
gelaunt. Wir waren längst mit dem Frühstück fertig. Meine Schwester ist
wirklich ein Murmeltier, nicht mal das Geklappere des Frühstücksgeschirrs kann
sie wecken.
Keine Ahnung, wo die Zeit immer hingeht, es wurde wieder
fast 12 Uhr bis wir ablegten. Papa wollte das Schnellankern üben und so ließen
wir zweimal den Anker ausrauschen. Das machte einen Höllenlärm, Markierungen
konnten wir nicht mehr erkennen. In null Komma nichts waren 30 Meter Kette
draußen.
| Einfahrt in die Bucht bei Mourtos |
Zum Mittagessen gab es heute Kartoffeln mit Tsatsiki und
Minischnitzelchen. Mir schmeckte der griechische Gurkenquark mit Knoblauch gut,
Toni mochte ihn überhaupt nicht, obwohl sie Gurken und Quark liebt. Was der
Bauer nicht kennt, ….
Schon kurz vor 15 Uhr erreichten wir unser Ziel. Türkises
Wasser und keine Wellen: herrlich, mal kein Geschaukel. Papa war nicht besonders zufrieden mit unserer
Ankerei. Wir kamen dem Belgiern hinter uns etwas zu nahe. Mama meinte: „Vielleicht
fahren die noch weg, es ist ja noch so früh.“ Da kamen schon die nächsten an
und versperrten mit ihrer Landleine die halbe Bucht. Ich glaube wir müssen uns
daran gewöhnen, dass es in griechischen Buchten enger ist.
Das Wasser war kälter, als die letzten Tage, wahrscheinlich
wegen der Strömung. Ein Grund für Toni mal wieder auf dem Boot zu bleiben,
während wir drei das Schwimmen genossen. Irgendwie muss ich meine Schwester
dazu bringen, dass sie wieder mit mir ins Wasser springt, so wie beim letzten
Törn. Da hatten wir super Spaß.
Mama und Papa lagen in der Sonne und lasen. Toni und ich
verbrachten den Nachmittag unter Deck, wir probten für ein Konzert. Ich
trommelte mit leeren Wasserflaschen und einem Eimer, Toni war die Sängerin. Dann
musste ich noch Deutsch üben: Postkarten schreiben. Ich schrieb an Vitus und
Toni an Omas und Opas. Jetzt brauchen wir nur noch einen Postkasten.
Im Nu war es wieder Zeit zum Abendessen. Heute gab es Nudeln
mit Auberginensoße. Ich liebe Nudeln!
| Die Ankerbucht als Panoramafoto beim Monopolispielen. |
Hallo Felix! Tolle Seite die du da so fleißig pflegst! Wir haben von euch das tolle Buch von Leon Schulz in Othonoi geschenkt bekommen...wir sind inzwischen in Parga und hier ist es auch ziemlich voll...Lieben Gruss Elias und Dési
AntwortenLöschenDa wollten wir eigentlich auch heute hin - sind aber auf halben weg nach Lakka rüber. lg Ralf
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