Mittwoch, 24. Juni 2015

Toni springt ins Wasser!



Die Nacht war wie vermutet wackelig und ziemlich laut. Die Engländer feierten noch bis 2 Uhr morgens, erzählte Papa. Er war nämlich beim Lesen an Deck eingeschlafen und vom Lärm wieder aufgewacht. Toni und ich durften in der Vorschiffskabine schlafen, weil man dort das Stöhnen der Mona Liesa nicht hört. Mama und Papa steckten sich wie immer Ohrstöpsel rein.
Morgens war es ganz entspannt in der Bucht, die Wellen hatten sich beruhigt und das Wasser war schön klar. Fische, genau in der richtigen Größe für ein leckeres Mittagessen tummelten sich um unser Schiff. Papa war heute als erstes Schwimmen, Mama hat auf mich gewartet und wir sprangen auch schon vor dem Frühstück ins Wasser. Toni stellte heute ihren Rekord in Langschlafen auf: Um 10:30 Uhr spazierte sie aus der Kabine, bestens gelaunt. Wir waren längst mit dem Frühstück fertig. Meine Schwester ist wirklich ein Murmeltier, nicht mal das Geklappere des Frühstücksgeschirrs kann sie wecken.
Keine Ahnung, wo die Zeit immer hingeht, es wurde wieder fast 12 Uhr bis wir ablegten. Papa wollte das Schnellankern üben und so ließen wir zweimal den Anker ausrauschen. Das machte einen Höllenlärm, Markierungen konnten wir nicht mehr erkennen. In null Komma nichts waren 30 Meter Kette draußen.
Einfahrt in die Bucht bei Mourtos
Um 12:15 Uhr verließen wir schließlich die Bucht und nahmen Kurs aufs Festland auf. Sivota Moúrtos peilten wir an, denn da sollte es einen Tankwagen geben und Diesel brauchten wir dringend. Wir segelten mit 4-5 Knoten, mussten aber aufkreuzen, denn der Wind blies uns entgegen. Während der Überfahrt erledigte ich meine Matheaufgaben. Balkendiagramme und Geometrie standen auf dem Stundenplan.
Zum Mittagessen gab es heute Kartoffeln mit Tsatsiki und Minischnitzelchen. Mir schmeckte der griechische Gurkenquark mit Knoblauch gut, Toni mochte ihn überhaupt nicht, obwohl sie Gurken und Quark liebt. Was der Bauer nicht kennt, ….
Schon kurz vor 15 Uhr erreichten wir unser Ziel. Türkises Wasser und keine Wellen: herrlich, mal kein Geschaukel.  Papa war nicht besonders zufrieden mit unserer Ankerei. Wir kamen dem Belgiern hinter uns etwas zu nahe. Mama meinte: „Vielleicht fahren die noch weg, es ist ja noch so früh.“ Da kamen schon die nächsten an und versperrten mit ihrer Landleine die halbe Bucht. Ich glaube wir müssen uns daran gewöhnen, dass es in griechischen Buchten enger ist.
Das Wasser war kälter, als die letzten Tage, wahrscheinlich wegen der Strömung. Ein Grund für Toni mal wieder auf dem Boot zu bleiben, während wir drei das Schwimmen genossen. Irgendwie muss ich meine Schwester dazu bringen, dass sie wieder mit mir ins Wasser springt, so wie beim letzten Törn. Da hatten wir super Spaß.
Mama und Papa lagen in der Sonne und lasen. Toni und ich verbrachten den Nachmittag unter Deck, wir probten für ein Konzert. Ich trommelte mit leeren Wasserflaschen und einem Eimer, Toni war die Sängerin. Dann musste ich noch Deutsch üben: Postkarten schreiben. Ich schrieb an Vitus und Toni an Omas und Opas. Jetzt brauchen wir nur noch einen Postkasten.
Am Nachbarschiff sprangen zwei kleine Jungs mit ihren Schwimmnudeln ins Wasser, die waren viel jünger als Toni. Da erinnerte sich meine Schwester, dass wir die auch dabei haben. Plötzlich verkündete sie: „Ich gehe jetzt ins Wasser!“  Da schnappte sie sich eine Nudel und sprang los. „Juhu, endlich hat sie es geschafft.“
Im Nu war es wieder Zeit zum Abendessen. Heute gab es Nudeln mit Auberginensoße. Ich liebe Nudeln!


Die Ankerbucht als Panoramafoto beim Monopolispielen.
Nach dem Abendessen packten wir Monopoly aus. Wir beschlossen zu spielen, anstatt an Land zu fahren. Das wollten wir Morgen Vormittag machen. Es ging nicht gut los für mich, ich kam auf keine Straßen, konnte nichts kaufen. So ein Mist! Mama zog eine Straße nach der anderen an Land, Papa häufte sein Geld an und besaß alle vier Bahnhöfe, auf die ich regelmäßig kam. Endlich ließ sich Mama zu einem Deal überreden, jetzt besitze ich zwei Straßenzüge und schon ein paar Häuser. Als es bei mir lief, mussten wir leider aufhören, es war schon finster und Zeit, um ins Bett zu gehen. Morgen spielen wir weiter – ich mach sie fertig!

2 Kommentare:

  1. Hallo Felix! Tolle Seite die du da so fleißig pflegst! Wir haben von euch das tolle Buch von Leon Schulz in Othonoi geschenkt bekommen...wir sind inzwischen in Parga und hier ist es auch ziemlich voll...Lieben Gruss Elias und Dési

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    1. Da wollten wir eigentlich auch heute hin - sind aber auf halben weg nach Lakka rüber. lg Ralf

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