Montag, 29. Juni 2015

Aufgelaufen!- Lefkas Kanal



Mama und Papa standen früher als sonst auf. Um 7:30 Uhr joggte Mama schon Richtung ambrakischen Golf. Das ist eine Art See mit einem Kanal zum Meer. Cleopatra führte dort eine berühmte Schlacht. In der Zwischenzeit spritzte Papa das Schiff mit Süßwasser ab. Es war dringend nötig, weil ich beim Salzstangenessen absichtlich gebröselt hatte. Ich wachte von dem Rauschen des Wasser auf und Toni auch, weil ihr Papa aus Versehen in die Kabine spritzte. Somit waren wir heute um 8:30 Uhr wach, was auch passte, weil wir bis 10 Uhr an der Drehbrücke beim Levkaskanal sein wollten. Die Brücke öffnet nur einmal in der Stunde.
Mama versuchte während der Fahrt Frühstück zu machen. Das ging ziemlich schief, weil die Wellen doch stärker als erwartet waren. Die Kaffeekanne stürzte ab, aber Mama kam mit einem Schrecken davon.

Mit 5kn durch den Lefkas Kanal.
Pünktlich um 10 Uhr passierten wir die Drehbrücke. Viele Schiffe fuhren durch den Kanal in beide Richtungen. Als wir schon eine halbe Stunde unterwegs waren, bemerkten wir, dass eine Segelyacht vor uns nicht mehr weiterfuhr und eine zweite kurz dahinter abdrehte. Wir versuchten Kontakt aufzunehmen, bekamen aber keine Antwort. Kurz darauf überholten uns Deutsche. Die beiden stehenden Schiffe riefen ihnen zu: „Stop!“ Sie waren auf Grund gelaufen und steckten fest, mitten im Kanal! Wir wechselten die Fahrrinne und überholten die Boote. Eines war mittelweile wieder frei und versuchte das andere herauszuziehen.
Gegen 12:40 Uhr erreichten wir die Bucht Ormos Vlikho. Eigentlich wollten wir in der tranquil bay ankern, aber dort standen schon zu viele Boote herum, deshalb fuhren wir tiefer in die Bucht hinein und ankerten dort.
Jetzt war es Zeit für einen Sprung ins Wasser – trotz Wolken war es unendlich heiß. Warm war das Wasser, aber trüb. Ich konnte mit meiner Taucherbrille nicht, wie üblich bis zum Grund sehen. Hier gab es maximal 2 Meter Sicht, außerdem trieb Seegras umher.
Bis zum Mittagessen durften Toni und ich noch „Das kleine Gespenst“ zu Ende anschauen. Danach begann ich mit der Nacherzählung des Films. Es machte mir so großen Spaß, dass ich gleich 3 Seiten schrieb.
Der Versuch mit einer Mülltüte ein Segel zu basteln.
Den Nachmittag verbrachten wir auf der Mona Liesa mit schwimmen, lesen und spielen. Meine Schwester und ich bauten aus alten Plastiktüten, Stöcken, Kordeln und Gummibändern ein Segel für unser Beiboot. Wir zerschnitten die Tüten und klebten sie mit Papas wertvollem Klebeband zu einem Segel zusammen. Die Stöcke dienten uns als Baum und Mast. Das war keine einfache Sache, den Masten zum Stehen zu bringen. Die Gummibänder hielten ihn unten und die Kordeln oben. Jetzt war unser Segelboot startklar, aber man konnte nicht lenken und fahren. Es fehlte noch der Kiel. Leider konnten wir das Problem nicht mehr lösen, denn wir wollten noch an Land fahren.
Zuvor ankerten wir nochmal innerhalb der Bucht um. Die Flottille mit mehreren englischen Booten, umzingelte uns. Das war Papa zu viel.
Auf unserem Landgang kauften wir uns in einem Minimarket ein Eis. Sein Sortiment war wirklich mini, es gab von jedem Lebensmittel kaum mehr als ein Stück. Wir spazierten noch ein paar Meter an der Strandprominade entlang. Da kam auch schon der nächste Laden. Das Obst und Gemüse sah hier frisch aus, deshalb kauften wir für die nächsten Tage ein. Es war Sonntag Abend, ein kleiner Ort mit ein paar Häusern, aber zwei Geschäfte hatten auf. Man kann wirklich nicht sagen, die Griechen würden nicht arbeiten. Außerdem sind sie immer erstaunlich freundlich zu uns Deutschen. „Germany is good!“ , haben wir schon oft gehört.
Im Mondschein mit Stirnlampe fuhren wir zurück zur Mona Liesa. Ich war hundemüde, aber Papa schlief noch vor mir ein. (Vielleicht lag es an meiner Erklärung für mein selbsterfundenes Spiel.)

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