Mittwoch, 19. August 2015

Bergtour in Kotor



Mama kam heute Morgen ganz stolz mit Vollkornbrot, Semmeln und Croissants zurück vom Marina Supermarkt. Nach wochenlang nur weißem Brot, freuten wir uns richtig auf Vollkorn. Die Semmeln sahen wirklich lecker aus, aber Geschmack hatten sie null, das Brot war innen noch nicht fertig gebacken. Unser Lieblingsdinkelbrot vom Bäcker Deischl geht uns langsam ab.
Toni, Papa und ich machte eine Rundfahrt mit Shuttlebus M durch die Marina. Das wollten wir die letzten beiden Tage schon, jetzt konnten wir uns noch einmal verabschieden von dem schönen Ort. Wir fuhren auch am Nautic Museum vorbei, da fiel uns wieder ein, dass wir uns das U-Boot eigentlich ansehen wollten.
Bis Papa das Schiff zum Auslaufen klar machte, gingen wir mit Mama ins Museum. Wir hatten Glück, gerade als wir ankamen, begann eine Führung. Das U-Boot war 50 Meter lang, 15 Meter hoch und konnte 300 Meter tief tauchen. Zwischen 1948 und 1991 war es im Einsatz, auch im Jugoslawienkrieg. Bis zu 4 Tagen konnte es unter Wasser bleiben ohne aufzutauchen. Dann wurde es mit Elektromotoren betrieben. Waren die Batterien leer, musste es an die Oberfläche. Dieselmotoren luden dann die Batterien wieder auf. Für 28 Personen Besatzung gab es nur eine Toilette. Es war wirklich spannend, aber ich könnte mir auf keinen Fall vorstellen tagelang im Dunkeln zu leben.
Kurz nachdem wir zurück waren, legten wir ab. Der Wetterbericht meldete Regen für heute Nachmittag und wir wollten rechtzeitig in Kotor sein, um noch etwas von der Stadt zu sehen. Schließlich wurde es als Weltkulturerbe im Reiseführer sehr angepriesen.
Gegen 14 Uhr legten wir in Kotor an der Kaimauer an. Kein Hafenmeister weit und breit, niemand der uns bei den Heckleinen half. Trotzdem ging alles gut. Der Himmel war schon stark bewölkt, deshalb starteten wir sofort los zum Sightseeing. Zuerst schlängelten wir uns einmal quer durch die engen Gassen der Stadt. Die alten Steinhäuser gefielen uns sehr. Immer wieder kamen wir an einen kleinen Platz oder an einer kleinen Kirche vorbei. Am östlichen Eingang der Stadtmauer begann die Wanderung zum alten Kastel, das ungefähr auf 1500 Höhenmeter lag. Auf dem Weg nach oben kamen wir an Resten der Stadtmauer, Wachtürmen und einer Kapelle vorbei. Wir stiegen ca. 1 Stunde auf schmalen Stufen bergauf. Zum Glück war es heute bewölkt und nicht so heiß, wie sonst. Als wir das Kastel ganz oben erreichten, donnerte es bereits und die Wolken waren fast schwarz. Wir sahen uns kurz um, machten ein paar Fotos von den alten Mauern und der tollen Aussicht. Dann beschleunigten wir unsern Schritt bergab, um dem bevorstehenden Regen zu entkommen.
Kurz vor 16 Uhr kamen wir völlig erledigt auf der Mona Liesa an. Mama kochte Kaffee und richtete einen Obstteller zur Stärkung her. Die Zeit bis zum Abendessen verbrachten wir mit lesen und faulenzen. Es wurde immer dunkler, dann kam Wind (42 Knoten) auf und ein Gewitter mit Platzregen begann. Gut, dass Papa vorher die Mooring noch einmal nachgespannt hatte.
In der Regenpause, machten wir uns noch einmal auf den Weg. Am Nachmittag entdeckten wir das Restaurant  „Luna Rossa“ (So heißt unser eigens Schiff). Im Fenster hängte eine Auszeichnung von Tripadviser. Das alte Steinhaus sah auch innen sehr gemütlich aus. Die Tische waren schön eingedeckt. Es gab leckere mediterrane Küche zu fairen Preisen. Die Nachspeise war genial: zwei Palatschinken mit Kirschfüllung, dazu Eis.
Nach dem Essen liefen wir zurück zur Mona Liesa. Zwischenzeitlich stellten wir uns unter, weil es heftig regnete. Leider wurde nichts mehr aus einem Bummel in den netten kleinen Läden.

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