Samstag, 1. August 2015

Abschied von den Pavics



Mama drehte früh am Morgen ihre Runde, sie joggte in die Stadt, um Brot zu kaufen, denn gestern Abend hatte keine Bäckerei mehr offen. Dafür bekamen wir heute frisches Weißbrot direkt aus dem Steinofen, noch ganz heiß.
Der Rest der Familie schlief bis 9 Uhr, dann gab es Frühstück. Auf der glatten Wasseroberfläche um uns herum bewegte sich etwas. Erst dachten wir, es wäre wieder eine Robbe, aber bei genauerem Hinsehen entdeckten wir einen Schwarm Fische, die ganz dicht unter der Wasseroberfläche schwammen und wahrscheinlich Plankton fraßen. Nach dem morgendlichen Badegang, fuhren Toni, Papa und ich mit dem Beiboot zur Penelope hinüber. Wir mussten Bücher und Küchengeschirr zurückbringen, außerdem wollte Papa aus Gabis Hafenhandbuch Anlegemöglichkeiten in Albanien fotographieren. Mama möchte nicht zwei Tage am Stück an Albanien vorbei fahren. Sie konnte Papa, trotz der umständlichen Formalitäten dazu überreden, seinen Plan zu ändern.
Mama blieb in der Zwischenzeit auf der Mona Liesa und machte klar Schiff: abwaschen, aufräumen und putzen. Während Papa mit Gabi und Markus ratschte, durften wir mit dem Beiboot ein paar Runden drehen. Das war der ideale Platz zum Üben, kein Wind, keine Wellen und maximale Wassertiefe 3 Meter. Joe und ich fuhren zusammen im Dinghi der Penelope. Toni und Babsi schnappten sich unser Beiboot.
Surfen mit dem Body Board - mit 2,5 PS
Als Mama mit ihrem Großputz fertig war, kamen Gabi und Markus angeschwommen, um sich zu verabschieden. Heute trennten sich unsere Wege wieder. Die Pavics wollten noch weiter in den ambrakischen Golf hineinsegeln, bevor sie morgen Abend in Sivota ihr Schiff zurückgeben müssen. Papa und Mama entschieden Richtung Ausgang ambrakischer Golf zu segeln, um die Fahrtstrecke nach Parga etwas zu verkürzen(unser nächster Anlaufpunkt). Wir werden die nächsten zehn Tage noch auf Paxos, Antipaxos und Korfu verbringen, bevor wir über Albanien und Montenegro zurück nach Kroatien fahren.
Auf der Kreuz Richtung Preveza mit 22-27KN
Nachmittag war guter Segelwind angesagt, deshalb wollten wir nach dem Mittagessen aufbrechen. Die Zeit nutzten wir noch zum gemeinsamen Spielen und Baden. Die Zeit verging, aber der Wind kam nicht. Wir warteten gemeinsam und verabschiedeten uns noch einmal. Gegen 15:30 Uhr machten wir uns zum Ablegen bereit. Lange ließ der Wind auf sich warten, jetzt war er da und dass volle Kanne. Bei 22 Knoten segelten wir hart am Wind Richtung Preveza. Wir mussten bestimmt 6 Mal wenden, um unser Ziel zu erreichen. Die Krängung war so stark, dass wieder einmal alle Stauboxen von der Ablage herunterfielen. Auch die aus Platzmangel seitlich befestigten Fender streiften im Wasser. Mama hätte beim dichter holen der Genua ihren Fuß ins Wasser halten können. Das machte richtig Spaß. Papa überredete mich, auch einmal eine Wende zu fahren. Ein bisschen Angst hatte ich schon, aber wir besprachen vorher genau, wie ich lenken und wo ich hinfahren musste. So konnten Mama und Papa sich gleichzeitig  um die Genua kümmern. Nahe einer Fischfarm segelten wir ganz nahe an einer Wasserschildkröte vorbei. Sie streckte gerade ihren Kopf aus dem Wasser. Ihr Panzer war bestimmt 50 Zentimeter lang. Kurze Zeit später rief Papa: „Da vorne ein Delfin!“ Leider konnte ich nur noch das Wasser spritzen sehen. Wir hielten gemeinsam Ausschau. Immer wieder entdeckten wir seine Schwanzflosse an der Wasseroberfläche. Dann mussten wir wenden, aber wir verloren ihn nicht aus den Augen. Er kam uns immer näher. Bis er etwa einen Meter neben der Mona Liesa in voller Größe aus dem Wasser sprang. Toni rief: „Der hat uns angelächelt.“ Das wäre das coolste Bild unseres Urlaubs geworden – doch leider war der Fotoapparat unter Deck. Der Delfin begleitete uns noch eine Weile, wir sahen immer wieder seine Flosse, aber ganz zeigte er sich nicht mehr. Schade!
Das Brackwasser im ambrakischen Golf ist zwar nicht schön zum Schwimmen, weil er so grünlich gefärbt ist, dafür kann man hier viele Tiere entdecken.
Um 18 Uhr erreichten wir dann Preveza. Dort ankerten wir in der Bucht vor der Stadt. Eigentlich wollten wir noch einkaufen gehen, aber wir waren alle hungrig und müde. Mama kochte einen großen Topf Nudeln mit Tomatensoße. Es gab noch gemischten Salat dazu. Dann tippten wir gemeinsam unseren Block und ich las mein Buch zu Ende. 


Abendstimmung vor Anker in Preveza

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