Mama drehte
früh am Morgen ihre Runde, sie joggte in die Stadt, um Brot zu kaufen, denn
gestern Abend hatte keine Bäckerei mehr offen. Dafür bekamen wir heute frisches
Weißbrot direkt aus dem Steinofen, noch ganz heiß.
Der Rest
der Familie schlief bis 9 Uhr, dann gab es Frühstück. Auf der glatten
Wasseroberfläche um uns herum bewegte sich etwas. Erst dachten wir, es wäre
wieder eine Robbe, aber bei genauerem Hinsehen entdeckten wir einen Schwarm
Fische, die ganz dicht unter der Wasseroberfläche schwammen und wahrscheinlich
Plankton fraßen. Nach dem morgendlichen Badegang, fuhren Toni, Papa und ich mit
dem Beiboot zur Penelope hinüber. Wir mussten Bücher und Küchengeschirr
zurückbringen, außerdem wollte Papa aus Gabis Hafenhandbuch Anlegemöglichkeiten
in Albanien fotographieren. Mama möchte nicht zwei Tage am Stück an Albanien
vorbei fahren. Sie konnte Papa, trotz der umständlichen Formalitäten dazu
überreden, seinen Plan zu ändern.
Mama blieb
in der Zwischenzeit auf der Mona Liesa und machte klar Schiff: abwaschen,
aufräumen und putzen. Während Papa mit Gabi und Markus ratschte, durften wir
mit dem Beiboot ein paar Runden drehen. Das war der ideale Platz zum Üben, kein
Wind, keine Wellen und maximale Wassertiefe 3 Meter. Joe und ich fuhren
zusammen im Dinghi der Penelope. Toni und Babsi schnappten sich unser Beiboot.
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| Surfen mit dem Body Board - mit 2,5 PS |
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Als Mama
mit ihrem Großputz fertig war, kamen Gabi und Markus angeschwommen, um sich zu
verabschieden. Heute trennten sich unsere Wege wieder. Die Pavics wollten noch
weiter in den ambrakischen Golf hineinsegeln, bevor sie morgen Abend in Sivota
ihr Schiff zurückgeben müssen. Papa und Mama entschieden Richtung Ausgang
ambrakischer Golf zu segeln, um die Fahrtstrecke nach Parga etwas zu
verkürzen(unser nächster Anlaufpunkt). Wir werden die nächsten zehn Tage noch
auf Paxos, Antipaxos und Korfu verbringen, bevor wir über Albanien und
Montenegro zurück nach Kroatien fahren.
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| Auf der Kreuz Richtung Preveza mit 22-27KN |
Nachmittag war guter Segelwind angesagt, deshalb wollten wir nach dem
Mittagessen aufbrechen. Die Zeit nutzten wir noch zum gemeinsamen Spielen und
Baden. Die Zeit verging, aber der Wind kam nicht. Wir warteten gemeinsam und
verabschiedeten uns noch einmal. Gegen 15:30 Uhr machten wir uns zum Ablegen
bereit. Lange ließ der Wind auf sich warten, jetzt war er da und dass volle
Kanne. Bei 22 Knoten segelten wir hart am Wind Richtung Preveza. Wir mussten
bestimmt 6 Mal wenden, um unser Ziel zu erreichen. Die Krängung war so stark,
dass wieder einmal alle Stauboxen von der Ablage herunterfielen. Auch die aus
Platzmangel seitlich befestigten Fender streiften im Wasser. Mama hätte beim
dichter holen der Genua ihren Fuß ins Wasser halten können. Das machte richtig
Spaß. Papa überredete mich, auch einmal eine Wende zu fahren. Ein bisschen Angst
hatte ich schon, aber wir besprachen vorher genau, wie ich lenken und wo ich
hinfahren musste. So konnten Mama und Papa sich gleichzeitig um die Genua kümmern. Nahe einer Fischfarm
segelten wir ganz nahe an einer Wasserschildkröte vorbei. Sie streckte gerade
ihren Kopf aus dem Wasser. Ihr Panzer war bestimmt 50 Zentimeter lang. Kurze
Zeit später rief Papa: „Da vorne ein Delfin!“ Leider konnte ich nur noch das
Wasser spritzen sehen. Wir hielten gemeinsam Ausschau. Immer wieder entdeckten
wir seine Schwanzflosse an der Wasseroberfläche. Dann mussten wir wenden, aber
wir verloren ihn nicht aus den Augen. Er kam uns immer näher. Bis er etwa einen
Meter neben der Mona Liesa in voller Größe aus dem Wasser sprang. Toni rief: „Der
hat uns angelächelt.“ Das wäre das coolste Bild unseres Urlaubs geworden – doch
leider war der Fotoapparat unter Deck. Der Delfin begleitete uns noch eine
Weile, wir sahen immer wieder seine Flosse, aber ganz zeigte er sich nicht
mehr. Schade!
Das
Brackwasser im ambrakischen Golf ist zwar nicht schön zum Schwimmen, weil er so
grünlich gefärbt ist, dafür kann man hier viele Tiere entdecken.
Um 18 Uhr erreichten
wir dann Preveza. Dort ankerten wir in der Bucht vor der Stadt. Eigentlich
wollten wir noch einkaufen gehen, aber wir waren alle hungrig und müde. Mama
kochte einen großen Topf Nudeln mit Tomatensoße. Es gab noch gemischten Salat
dazu. Dann tippten wir gemeinsam unseren Block und ich las mein Buch zu Ende.
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| Abendstimmung vor Anker in Preveza |
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