Endlich hab ich's geschafft den geplanten Blog von Felix einzurichten. Hat etwas gedauert - funktioniert aber. Klar - ein paar optische Verbesserungen müssen noch sein. Die weiße Schrift ist auf dem Hintergrund nicht gut zu lesen.....
Ich möchte auch unser Segelroute einbinden - wer eine gute Idee hat - bitte gerne melden.
Unser Sommertörn 2015!
Wir, das heißt Alexandra, Antonia (6), Felix (10) und Ralf (44) gehen für 12 Wochen im Mittelmeer segeln (Kroatien, Italien, Griechenland und Montenegro). Für diese Zeit tauschen wir unsere LUNA ROSSA mit der MONA LIESA, einer Bavaria 38 Bj. 2003 ein. Wir starten in KRK und werden Ende August in Dubrovnik unser Schiff an unsere Freunde Christiane und Markus übergeben. Hauptautor wird Felix sein, der als Schulprojekt von unseren Erlebnisen erzählt - schau mal mal.......
Donnerstag, 1. März 2018
Mittwoch, 19. August 2015
Bergtour in Kotor
Mama kam
heute Morgen ganz stolz mit Vollkornbrot, Semmeln und Croissants zurück vom
Marina Supermarkt. Nach wochenlang nur weißem Brot, freuten wir uns richtig auf
Vollkorn. Die Semmeln sahen wirklich lecker aus, aber Geschmack hatten sie
null, das Brot war innen noch nicht fertig gebacken. Unser Lieblingsdinkelbrot
vom Bäcker Deischl geht uns langsam ab.
Toni, Papa
und ich machte eine Rundfahrt mit Shuttlebus M durch die Marina. Das wollten
wir die letzten beiden Tage schon, jetzt konnten wir uns noch einmal
verabschieden von dem schönen Ort. Wir fuhren auch am Nautic Museum vorbei, da
fiel uns wieder ein, dass wir uns das U-Boot eigentlich ansehen wollten.
Bis Papa
das Schiff zum Auslaufen klar machte, gingen wir mit Mama ins Museum. Wir hatten
Glück, gerade als wir ankamen, begann eine Führung. Das U-Boot war 50 Meter
lang, 15 Meter hoch und konnte 300 Meter tief tauchen. Zwischen 1948 und 1991
war es im Einsatz, auch im Jugoslawienkrieg. Bis zu 4 Tagen konnte es unter
Wasser bleiben ohne aufzutauchen. Dann wurde es mit Elektromotoren betrieben.
Waren die Batterien leer, musste es an die Oberfläche. Dieselmotoren luden dann
die Batterien wieder auf. Für 28 Personen Besatzung gab es nur eine Toilette.
Es war wirklich spannend, aber ich könnte mir auf keinen Fall vorstellen
tagelang im Dunkeln zu leben.
Kurz
nachdem wir zurück waren, legten wir ab. Der Wetterbericht meldete Regen für
heute Nachmittag und wir wollten rechtzeitig in Kotor sein, um noch etwas von
der Stadt zu sehen. Schließlich wurde es als Weltkulturerbe im Reiseführer sehr
angepriesen.
Gegen 14
Uhr legten wir in Kotor an der Kaimauer an. Kein Hafenmeister weit und breit,
niemand der uns bei den Heckleinen half. Trotzdem ging alles gut. Der Himmel
war schon stark bewölkt, deshalb starteten wir sofort los zum Sightseeing.
Zuerst schlängelten wir uns einmal quer durch die engen Gassen der Stadt. Die
alten Steinhäuser gefielen uns sehr. Immer wieder kamen wir an einen kleinen
Platz oder an einer kleinen Kirche vorbei. Am östlichen Eingang der Stadtmauer
begann die Wanderung zum alten Kastel, das ungefähr auf 1500 Höhenmeter lag.
Auf dem Weg nach oben kamen wir an Resten der Stadtmauer, Wachtürmen und einer
Kapelle vorbei. Wir stiegen ca. 1 Stunde auf schmalen Stufen bergauf. Zum Glück
war es heute bewölkt und nicht so heiß, wie sonst. Als wir das Kastel ganz oben
erreichten, donnerte es bereits und die Wolken waren fast schwarz. Wir sahen
uns kurz um, machten ein paar Fotos von den alten Mauern und der tollen
Aussicht. Dann beschleunigten wir unsern Schritt bergab, um dem bevorstehenden
Regen zu entkommen.
Kurz vor 16
Uhr kamen wir völlig erledigt auf der Mona Liesa an. Mama kochte Kaffee und
richtete einen Obstteller zur Stärkung her. Die Zeit bis zum Abendessen verbrachten
wir mit lesen und faulenzen. Es wurde immer dunkler, dann kam Wind (42 Knoten)
auf und ein Gewitter mit Platzregen begann. Gut, dass Papa vorher die Mooring
noch einmal nachgespannt hatte.
In der Regenpause,
machten wir uns noch einmal auf den Weg. Am Nachmittag entdeckten wir das
Restaurant „Luna Rossa“ (So heißt unser
eigens Schiff). Im Fenster hängte eine Auszeichnung von Tripadviser. Das alte Steinhaus
sah auch innen sehr gemütlich aus. Die Tische waren schön eingedeckt. Es gab
leckere mediterrane Küche zu fairen Preisen. Die Nachspeise war genial: zwei
Palatschinken mit Kirschfüllung, dazu Eis.
Nach dem
Essen liefen wir zurück zur Mona Liesa. Zwischenzeitlich stellten wir uns unter,
weil es heftig regnete. Leider wurde nichts mehr aus einem Bummel in den netten
kleinen Läden.
fauler Tag in Porto Montenegro
Endlich
einmal wieder eine ruhige, entspannte Nacht, kein Schaukeln, kein Knarren –
einfach nur schlafen. Erst gegen 8:30 Uhr wachten Mama und Papa auf. Toni und
ich schliefen sogar bis 9:30 Uhr. Mama hatte in der Zwischenzeit schon Brot und
Obst für unser Frühstück eingekauft. Als sie zurückkam ging ich mit Papa eine
Runde joggen, d.h. Papa lief und ich rollerte. Wir sahen uns den Ort außerhalb
der Marina an. Ein typischer Ferienort, Souvenirshops, Minimärkte, Bars und
Restaurants endlos nebeneinander. Der Strand war schon mehr als überfüllt,
teils gab es Liegestühle, teils lagen die Leute auf Beton.
Es war fast
10:30 Uhr als wir zu Frühstücken begannen. Eigentlich hatten keiner von uns so
recht Lust aufzubrechen. Ich wollte mein Hörbuch zu Ende bringen, Papa hatte
Jim und Kate versprochen ihnen schöne Ankerplätze in Kroatien zu verraten, Mama
bloggte und Toni spielte mit ihren Stofftieren. Als Papa zurückkam entschieden
wir, einen weiteren Tag in der Marina zu bleiben.
Mittagessen
gab es noch an Bord und danach gingen wir mit unserer Bunnygrillauflage und den
Badesachen an den Strand. Wohl fühlten wir uns eigentlich nicht zwischen den
ganzen Menschen auf dem harten Betonboden. Aber ohne Abkühlung hält man es bei
der Hitze kaum aus, so blieben wir fast ausschließlich im Wasser. Mama machte
für uns die Räuberleiter, wir beide drückten uns ab und flogen in hohem Bogen
ins Wasser. Das machte Spaß! Bei der Wasserschlacht hatten wir allerdings keine
Chance gegen Mama, ihre Wassermassen überrollten uns.
Nach 3
Stunden Strand hatten wir genug. Auf dem Rückweg kauften wir noch Fenchel und
Ananas im Supermarkt der Marina. Mama kochte Risotto, die Ananas gab es als
Nachspeise.
Nach einer
eiskalten Dusche, drehten wir noch eine Runde im Hafen, genossen die schöne
Umgebung und schauten uns Schiffe an. In der Ferne hörten wir Donner und sahen
Blitze. Schnell machten wir uns auf den Rückweg. Wir verstauten alles für den
bevorstehenden Regen, doch außer Wind und Wetterleuchten tat sich nichts.
Sonntag, 16. August 2015
stürmische Nachtfahrt
Um
Mitternacht drehte der Wind, nicht wie in der Wettervorhersage auf Nord-Ost,
sondern auf Süd-Ost. Die Wellen liefen genau in die Bucht hinein. Die Mona-Liesa
hatte sich Richtung Felsen gedreht und kam dem Land immer näher. Papa hatte
Bedenken, dass der Anker sich lösen könnte. Außerdem schaukelten wir
fürchterlich und es knarzte in den hinteren Kabinen. Um 1 Uhr nachts
entschieden Papa und Mama eine Nachtfahrt zu machen. Sie konnten ohnehin nicht
mehr schlafen.
Als Mama
den Anker liftete ging der Bug so heftig auf und ab, dass er fast ins Wasser
eintauchte. Mama war komplett nass, als der Anker im Kasten verstaut war. Als
Papa den Motor startete, wachte ich kurz aus meinem Tiefschlaf, drehte mich
aber lieber um und schlief weiter. Die Wellen schmissen unser Schiff nach links
und rechts. Der Wind blies mit bis zu 30 Knoten (Windstärke 7) direkt von
hinten. Auch mit Segeln wäre das Schiff nicht stabiler gefahren. Papa suchte
nach einer geeigneteren Bucht für den Rest der Nacht. Neun Seemeilen entfernt (circa Stunden) gab es eine Ankermöglichkeit, die bei dieser Windsituation Schutz
bot. Mit Schwimmwesten und Lifebelt gesichert kämpften sich Papa und Mama durch
die stürmische See. Gegen 3:30 Uhr erreichten meine Eltern die Bucht. In
sicherem Abstand von den anderen Schiffen ankerten sie. Es war bedeutend
ruhiger und der Anker hatte sich gut festgekrallt. So konnte auch Papa sich
beruhigt ins Bett legen und weiterschlafen.
Am Morgen
wachten wir in einem kleinen Fischerdorf auf. Die Menschen waren schon auf dem
Weg zum Strand, als wir zum ersten Mal ins Wasser sprangen. Unser geliebtes
Morgenritual wird uns zu Hause sicher fehlen. Nach einem ausgiebigen Frühstück im
Sonnenschein, ließen wir den Vormittag gemütlich angehen. Mama und Papa dösten
noch ein wenig in der Sonne.
Erst gegen
Mittag starteten wir los. Tivat, die preisgekrönte Luxusmarina in der Bucht von
Kotor war unser Tagesziel. Papa konnte glücklicherweise einen Platz für uns
reservieren. Die Bucht von Kotor geht sehr weit ins Landesinnere hinein und
gleicht mit seinen Steilküsten einem Fjord. Dort werden wir die letzten Tage
vor unserer Rückkehr nach Dubrovnik verbringen.
Die 15
Seemeilen bis Tivat segelten wir hart am Wind. Die rauen Wellen von Sturm der
Nacht hatten sich bereits geglättet. Mit mehr als 5 Knoten kamen wir gut voran.
Das Wenden beherrschen wir nun perfekt. Papa steuerte, Toni schmiss im
richtigen Moment die Leine los, ich zog mit aller Kraft die Genua auf den
andere Seite und Mama kurbelte, bis die Fäden richtig anlagen. Papa war
zufrieden mit unserer Arbeit. Auf dem Weg nach Tivat kamen wir an mehreren
Grotten vorbei. Einige größere Schiffe kamen uns entgegen oder überholten uns.
Es war einiges los auf See. In der Bucht von Kotor stiegen die Berge links und
rechts steil empor. Sie waren grün, nicht wie erwartet felsig. Links fuhren wir
an Herzig Novi, einer großen Stadt, vorbei. Dort müssen wir beim Verlassen des
Fjords ausklarieren. Rechts kam ein kleines hübsches Städtchen, Rose genannt,
das bei Künstlern sehr beliebt ist. Schon von weitem sah es dort sehr überfüllt
aus, deshalb machten wir nur aus der Ferne Fotos.
Etwa um 15
Uhr erreichten wir die Einfahrt zur Marina. Ein Mitarbeiter des Hafens begleitete
uns zu unserem Liegeplatz und half uns beim Anlegen. Hinter unserem Steg gab es
eine breite Straße mit einer Palmenallee. Ein Shuttleservice brachte Papa zur
Marinaoffice und wieder zurück. Wir packten in der Zwischenzeit unsere
Badesachen und freuten uns auf eine Abkühlung im Luxuspool der Mariana. Leider
wurde nichts aus unserem Nachmittag am Pool. Der Eintritt von 40€ pro Person
war uns dann doch zu teuer. Papa meinte: „Die Russen wollen wahrscheinlich
gerne unter sich bleiben.“
Stattdessen
genossen wir eine eiskalte Dusche. Es gab viele einzelne Bäder nebeneinander.
Jeder Raum hatte eine Dusche, eine Toilette und ein Waschbecken. Alles war hell
gefliest, sauber und klimatisiert. Anschließend machten wir uns auf den Weg in
das Zentrum. Wir schauten in die Auslagen der Nobelboutiquen, trauten uns aber
nicht hineingehen. Neben zahlreichen schiken Restaurants und Bars, gab es einen
Supermarkt. Hotels und Appartements mit privaten Pools und eine mediterrane
Bepflanzung ließen die Marina wie eine eigene Stadt wirken.
Wir
spazierten noch ein kleines Stück ins Stadtzentrum von Tivat. Dort trafen wir
wieder die amerikanischen Weltenbummler Jim und Kate. Mama und Papa
unterhielten sich eine Weile und wir bekamen einen Kugelschreiber mit ihrem
Schiffsnamen geschenkt. Danach machten wir uns auf den Rückweg.
Heute Abend
wollten wir in einer Sushi-Bar Essen gehen. Die Preise waren mit Deutschland
vergleichbar. Zuvor spritzten Toni und ich uns mit dem Wasserschlauch kalt ab
und schrubbten das Deck der Mona Liesa. Mama machte Schiffsputz und holte
unsere Roller aus dem Bunker im Vorschiff. Auf der Straße vor unserem Steg
düsten wir mit unseren Rollern auf und ab. Es tat so gut, ich powerte mich mal
wieder so richtig aus.
Gegen 19:30
Uhr rollerten wir los. Alle Tische waren reserviert, aber wir hatten Glück und
bekamen noch einen Platz, der erst später gebraucht wurde. Mittlerweile war es
dunkel, die Tische waren nur mit roten Windlichtern beleuchtet. Es sah sehr
romantisch aus. Wir bestellten uns als Vorspeise eine Portion Sushi für alle.
Toni und ich teilten uns japanische Frühlingsrollen, Mama bestellte sich asiatischen
Lachs mit Koriander und Zitronengras und Papa entschied sich für ein grünes
Curry. Es war alles hübsch angerichtet und schmeckte sehr gut. Allerdings hätten
die Portionen durchaus größer sein dürfen. Mit einer Nachspeise wir aber alle
satt.
Zur
Verdauung spazierten wir den Steg A entlang, an dem die Luxusliner angelegt
hatten. So riesige Schiffe hatte ich noch nie gesehen. Unser Haus erschien uns
winzig dagegen. Wieviel Geld müssen diese Menschen besitzen und wie sieht ihr
Zuhause aus, wenn sie ihren Urlaub in einem mehrstöckigen schwimmenden
Luxushotel verbringen? Unvorstellbar – doch wir waren uns einig, mit diesen
Leuten wollen wir nicht tauschen. Wir sind zufrieden mit unserem Leben.
| unser Steg in der Marina! |
| Bucht Biga - nach der stürmischen Nachtfahrt |
Samstag, 15. August 2015
Endlich wieder buchteln
Als wir
noch tief und fest schliefen, joggte Mama durch Bar und kaufte frisches Brot,
Obst und Gemüse ein. Für Toni und mich brachte sie noch ein leckeres Croissant zum Frühstück mit. Die beiden Schiffe neben
uns hatten bereits abgelegt, als wir uns ein Cafe mit Internetzugang suchten.
Papa musste den Wetterbericht lesen, um einen geeigneten Ankerplatz für die
Nacht zu finden. Heute wollten wir wieder einmal in einer Bucht schlafen, denn
die letzten Tage in Albanien verbrachten wir nur in Häfen.
Im Cafe
Turist waren fast alle Tische belegt, das erschien uns vertrauenserweckend.
Außerdem gab es ein gutes Trampolin und wir hatten Lust dort zu springen. Papa
und Mama bestellten sich einen Kaffee und wir bekamen einen frisch gepressten
Saft. Die Preise waren unschlagbar: Cafe latte 1€ und unser Saft 2€.
Gegen 12
Uhr waren wir zum Auslaufen bereit. Mittlerweile gab es wieder Strom in der
Marina – jetzt war es zu spät. Heute entschieden wir uns für einen kurzen
Schlag, eine Badebucht (Uvala Trsteno), knapp 15 Seemeilen entfernt, in der
Nähe von Budva. Wir tuckerten 3,5 Stunden mit dem Motor gegen den Wind, anstatt
in 5 Stunden aufzukreuzen – einfach ankommen, das wollten wir.
Die Bucht
war relativ offen. Dort ankerten schon zwei Yachten an der Steilküste ziemlich
weit vom Strand entfernt, weil die Strandbar sehr laute Musik machte. Wir
warfen zwischen Strand und den anderen Schiffen unseren Anker. Ein leichter
Schwell war spürbar, aber laut Wetterbericht sollte gegen Abend der Wind drehen
und dann würde es ruhiger werden.
Es war
leicht diesig, aber trotzdem heiß. Wir freuten uns so auf Wasser. Es war schön
blau, aber die Sicht im Wasser war schlecht. Papa konnte den Anker auf 8 Meter
nicht sehen. Die Wassertemperatur war kühler als in Griechenland.
Den
Nachmittag verbrachten wir mit lesen, faulenzen und baden. Leider wurden wir ständig
von Jetskis und Tretbooten umkreist. Irgendwann kam ein Schwimmer auf uns zu
und bat uns um eine Flasche Wasser. Seine Kinder jubelten als er an Land zurückkam
und riefen uns aus der Ferne „thank you“ zu. An der Steilküste gab es ein
kleines betoniertes Potest, auf dem ein paar Leute sich sonnten. Dort angelt ein
Junge einen großen Fisch – er lief schreiend mit dem zappelnden Fisch an der Angel
zu seiner Mutter.
Langsam
wurde es ruhiger, die Leute fuhren wieder nach Hause, auch die anderen Segelyachten
legten ab. Wir waren fast alleine, als die Sonne unterging. Nach dem Abendessen
spielten wir noch einmal Siedler. Ich konnte Mama überreden mitzuspielen. Toni
wollte ihre Glücksfee sein und für sie würfeln. Der Plan ging auf, als wir um
22 Uhr abbrachen, war Mama mit 9 Siegespunkten die Gewinnerin. Wir freuten uns
alle auf eine ruhige Nacht.
Freitag, 14. August 2015
Montenegro - wir kommen!
Papa und
Mama gönnten sich doch keine Pause. In Riesenschritten ging es zurück nach
Kroatien. Auch heute lagen mehr als 50 Seemeilen vor uns. Es war windstill, als
meine Eltern kurz nach 5 Uhr morgens im Industriehafen von Durres ablegten.
Papa gab auf Kanal 16 dem Hafenkapitän die Abreise bekannt und Mama steuerte
hinaus. Hinter den Kränen stieg langsam die Sonne in einem roten Ball empor.
Ein
Pilotschiff überholte uns kurz nach dem wir losgefahren waren. An einer Art
Seebrücke wartete ein Frachtschiff auf seine Abholung. Die Wellen des
Schleppers hatten mehrere Delfine angelockt. Sie liebten scheinbar diese
Bewegungen des Wassers, spielten in den Wogen. Zum Springen waren sie allerdings
nicht aufgelegt.
Gegen 6:30
Uhr beschloss Mama sich in Tonis Kabine zu legen. Sie schlief solange, bis auch
wir Kinder aufwachten. Mama kuschelte sich noch kurz zu uns. Danach gab es
Frühstück. Papa hatte bereits das Groß gesetzt, um uns gegen die Wellen zu
stabilisieren. Danach legte auch er sich in die Kabine zum Dösen. Die letzten
Tage waren sehr anstrengend, vor allem das frühe Aufstehen.
Mama und
ich übernahmen das Ruder. Zunächst wurde der Wind schwächer, drehte und
irgendwann packten wir das Segel komplett weg, fuhren nur noch mit Motor. Immerhin
erreichten wir 5,5 Knoten. Weit und breit war kein Schiff zu sehen. Wir tippten
unseren Blogg und lasen – um uns herum nichts als Wasser. In der Ferne
scharrten sich Möven um einen Fischkutter und als wir näher kamen entdeckten
wir Schwanzflossen von Delfinen – das zweite Mal heute. Es machte wirklich Spaß
sie zu beobachten, auch wenn man meist nur ihre Flossen sehen konnte. Wir waren
schon aufgeregt, weil sie sehr nah an unser Schiff herankamen. Mama hatte den
Fotoapparat bereit und scharf gestellt. Sie schwammen ganz dicht unter der
Wasseroberfläche, dann drehten sie ab und verschwanden – ohne uns eines Blickes
zu würdigen. Schade!
Um die
Mittagszeit kam Wind auf, zunächst setzten wir unser Groß, später dann auch die
Genua. Endlich konnten wir den Motor abstellen und leise durchs Wasser gleiten.
Mal hatten wir Halbwind, dann mussten wir wieder kreuzen. Der Segeltrimm
beschäftigte uns. Mama kam beim Kurbeln ganz schön ins Schwitzen.
Kurz nach
15:30 Uhr erreichten wir die Stadt Bar in Montenegro. Vor der Ferne leuchteten
uns die goldenen Kuppeln der Moschee entgegen. Der Strand war mit
Sonnenschirmen übersät, dahinter wuchsen Palmen. Es sah sehr grün aus. Wir
legten in der Marina an, neben einer Hallberg-Rassy. Papa glaubte sich an den
Schiffsnamen zu erinnern. Tatsächlich, das waren die Amerikaner, die wir in
Galaxidy getroffen und die uns ihr Kanu geliehen hatten. Unglaublich, wie klein
die Welt ist. Papa hielt einen kurzen Ratsch, bevor er sich auf den Weg machte,
um die Formalitäten (Marina, Hafenkapitän, Zoll und Polizei) zu erledigen. Es
dauerte unendlich lang, weil im gesamten Hafen Stromausfall war, also auch kein
Computer funktionierte. Alle Papiere mussten per Hand ausgefüllt werden.
Wir
entspannten uns in der Zwischenzeit auf der Mona Liesa. Die letzten Tage waren
sehr anstrengend, dass wir alle keine Lust auf Entdeckungsreise im Hafen
hatten. Die Stadt lockte uns auch nicht wirklich. Wir beschlossen einen
gemütlichen Abend an Bord zu verbringen. Mama kochte Nudeln mit
Zucchini-Tomaten-Soße. Nach dem Essen gingen wir mit Stirnlampe (es war bereits
dunkel und es gab immer noch keinen Strom in der Marina) eiskalt duschen.
Neben uns
hatte noch ein weiteres Schiff mit deutscher Flagge angelegt. Der Kroate, der
in Deutschland lebt, kam mit seinem 30-Fuß-Schiff auch aus Albanien. Er hatte
seine Yacht jahrelang in Griechenland und erzählte von seinen Abenteuern im
ägaischen Meer.
Als alle um
uns herum ausgeflogen waren, spielten wir eine Runde Siedler. Papa und Toni
hatten auf die richtigen Felder gesetzt, erbauten die längste Handelsstraße und
besaßen die größte Rittermacht. Mama war wieder Mal der Looser. Zum Schluss
hatte sie nur 4 Siegespunkte. Um 22 Uhr war es stockdunkel und
mucksmäuschenstill auf der Mona Liesa – alle schliefen, auch Kapitän Ralf.
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